Out of Mind-Control - ein Lycra-Krimi

  • Danke Catsuit78 für deinen Beitrag von heute, der uns weitere Zusatzinfos bereitstellt. In der Krimiwelt bin ich nicht so zuhause, so dass ich darüber nichts sagen kann.

    Dein Krimi ist spannend bis zum Schluss. Drehungen und Wendungen zuhauf. Spuren in die Irre.
    Zumal jeder im Kreise der Verdächtigten durchaus ein Motiv haben könnte, den Geschäftsführer umzubringen.
    Besonders reizvoll ist auch der Kontrast zwischen Inspektor Frank und Kommissarin Trish. Der ruhige Denker und die impulsive Ermittlerin. Das birgt auch Konfliktpotential. Schön ausgeführt.
    So begeht sie paarmal Dinge, die zum großen Nachteil für sie führen.
    Lilly ist für mich die große Verliererin, gemessen an dem, was ihr widerfährt.
    OK, man hat ihre Erinnerungen zurückgespielt. Sie wird sich nun ihre Gedanken machen. Aber ist sie wieder Herrin über sich selbst oder nur eine Marionette? Wer weiß. Aber das hast du ja angesprochen.
    Laura selbst hatte ich auch auf der Liste, als Drahtzieherin aus der Ferne, aber andere am Flughafen auf sie schießen zu lassen, das passte auch nicht.
    Dr. Gresslich (toller Name!) habe ich anfangs im Verdacht gehabt, auch mit der Zusammenarbeit mit dem Innenministerium. Aber dann hätte sein Polizeiroboter nicht auf 2861s Waffe, sondern auf Laura gezielt.
    Und seine Steuerungskarte über MFB1 hat er ja in Kap. 7 dem Inspektor gegeben.

    So hast du bei uns die besinnliche Vorweihnachtszeit in einen packenden Advent verwandelt.
    Auch wenn die MC-Welt in dieser Schärfe eigentlich nicht so sehr mein Ding ist, hast du bei mir auf jeden Fall "Daumen hoch" verdient.

    P.S.:
    Ich schrieb im letzten Satz "eigentlich", denn in der "Turnfee" Kap. 110 und 111 werden von den Hauptprotagonisten durchaus ähnliche Techniken angewendet...

  • Danke Catsuit78 für deinen Beitrag von heute, der uns weitere Zusatzinfos bereitstellt.

    [...]
    Lilly ist für mich die große Verliererin, gemessen an dem, was ihr widerfährt.
    OK, man hat ihre Erinnerungen zurückgespielt. Sie wird sich nun ihre Gedanken machen. Aber ist sie wieder Herrin über sich selbst oder nur eine Marionette?

    Dem Dank kann ich mich nur anschließen.


    Tatsächlich lässt so das Ende sogar sehr viel Platz zum nachdenken und diskutieren, ob Trish und Lilly denn nun wirklich noch "leben", eigentlich tot sind, nur ein Backup oder eine Kopie von Ihnen nur noch existiert. Und für diejenigen die an die Seele glauben, ob diese nun mit der Umwandlung verstarb, oder in den gemoddeten Körpern weiterlebt.

    Was das Bewußtsein und das Sebst sind, etc.

  • Das mag auch ein Grund sein, warum ich eher offene Enden mag... weil man diskutieren kann, weil sie Raum für Interpretationen oder zum Nachdenken bieten (abgesehen vom handlungstechnischen Spielraum für Fortsetzungen).

    Und auch, wenn ich die Themen meiner Geschichten natürlich interessant und auch anregend finde (sonst würde ich ja auch nicht sowas schreiben), liegt oft auch versteckte Kritik oder ein aufmerksamer Fingerzeig in ihnen... in der vorliegenden Geschichte zum Beispiel Vorteile und zugleich Gefahren fortschreitender Technisierung und Digitalisierung (natürlich hier ein paar Jahrzehnte im voraus gedacht).

  • Catsuit78

    Bin erst jetzt zur Lektüre des finalen Kapitels (und deiner Gedanken zur Entstehung) gekommen. Trotz der düsteren und gelegentlich sogar Menschenverachtenden Handlung empfand ich es als Lesevergnügen. Die Vermischung von düsterer Zukunftsvision mit Elementen des klassischen Krimis und unser aller Neigung zu Lycrakleidung war Neu und erfrischend Interessant. Gerade weil deine Story zur Themenvielfalt beitrug hat sie mich fasziniert.


    Sicher sind die einen oder anderen Details manchmal nicht direkt, bzw. erst nach wiederholtem Lesen ´rüber gekommen, aber das schiebe ich auf die Schwierigkeiten der sinngemäßen Übersetzung.

    Wenn ich des öfteren kommentiert hatte, dieses oder jenes wieder zu erkennen, sollte das kein Vorwurf sein. Vielmehr bereicherte es die Story durch die eigenständige Vermischeung bekannter Versatzstücke und gab dem allen eine eigene Identität.


    Die Auflösung vor versammelter Mannschaft, wie sie fast schon elementar Genretypisch für den literarischen Krimi ist, fand ich sehr unterhaltsam. Du hattest "A shot in the dark" erwähnt, wo dies ja regelrecht persifliert wird. Ich muss gestehen, neben den regulären Agatha Christie Auflösungen kurzfristig auch Peter Sellers in seiner Paraderolle des trotteligen Inspector Clouseau vor dem geistigen Auge gehabt zu haben.


    Auf jeden Fall fände ich die Fortführung der Geschichte gut, schließlich enthalten die "offenen Enden" genügend Stoff um die Leser darüber aufzuklären wer z.B. hinter Dr. Gresslich/Drohne S1 steckt.


    Auch andere Geschichten, auch wenn es keine Krimis sind, wären Interessant. Natürlich muss ein gewisser Lycra-Bezug gegeben sein, aber ansonsten lasse ich mich gerne überraschen.


    Was das "jugendfreie" angeht: Vieles während zwischenmenschlicher Aktionen lässt sich auch durch Andeutungen und Analogien umschreiben. Macht halt etwas mehr Arbeit, aber damit kann man zumindest teilweise solche Parts entschärfen ohne ihnen die Würze zu nehmen. (Mir ist schon klar, dass Admin und Mods gelegentlich tief durchatmen müssen, bei dem was ich so abliefere. Andererseits scheine ich die Grenze noch nicht überschritten zu haben, denn mir wurde noch nicht auferlegt mich zu mäßigen). Bei Gewaltdarstellungen ist es natürlich schwieriger die Limits der Jugendgefährdung zu beachten.


    Um es auf den Punkt zu bringen: mach weiter so!

  • Genau, Clouseau sollte im Auflösungskapitel hervor kommen, sollte eine leicht persiflierte, aber dennoch klassische Auflösungsszene sein.


    Das andere Vorbild war Columbo und sollte vor allem im Kapitel am Tatort heraus kommen, also seine ständige Nachfragerei, die immer mit einer vorauseilenden Entschuldigung begonnen wird ("Ach, eine Sache noch ... ich brauche das nur für meinen Bericht / Vorgesetzten ...") und wodurch der Täter ihn unterschätzen soll. Naja, und eben diese Sache mit dem verheimlichten Namen (in meiner Geschichte eben nur anders herum), wie ich es schon geschrieben hatte. Allerdings konnte ich nicht zu viel Columbo rein bringen, denn Columbo selbst lebt in einer guten Ehe und er erzählt viel von seiner Frau, hier sollte Frank aber als Single mit Trish zusammen kommen.


    Trish hat sich dann ohnehin als eigentlicher Star der Geschichte entwickelt. Ich habe schon ein Konzept für eine Vorstellung. Zwar wird auch Frank wieder vorkommen, aber ich bin mit meinen Hommagen an Clouseau und Columbo "durch", sodass in der Fortsetzung definitiv Trish die Hauptrolle haben wird (wobei ich für Anregungen, Vorschläge, Wünsche natürlich offen bin). Vielleicht schieße ich aber auch erstmal eine komplett neue Mini-Geschichte dazwischen...


    Nochmals besten Dank an alle Leser und Kommentatoren. Catsuit78 will return ... ;)

  • Ich habe irgendwann den Anschluss verloren und erst später weiter lesen können, so dass Kommentare zu früheren Kapiteln an ganz anderer Stelle erschienen wären und vermutlich mehr Verwirrung gestiftet hätten, als zur Diskussion beizutragen. Daher versuche ich jetzt in einem Beitrag alles nachzuholen und mich zudem aber kurz zu fassen, da im Wesentlichen meine Meinung auch in den Kommentaren der anderen, schnelleren Leser wiedergespiegelt ist.

    Der Aufbau, die teilweise parallel verlaufenden Handlungsstränge, die Rückblenden, etc. gefallen mir gut. Ebenso die Riege der Verdächtigen, die tatsächlich erst im auflösenden Kapitel auf eine verbleibende Person reduziert wird und für eine durchgehend hohe Spannung sorgt. Ich persönlich hatte zunächst Dr. Gresslich im Verdacht, dann irgendwann Laura (mit der Begründung, dass sie die Attentatsversuche auf sich selbst so fingiert haben könnte, dass die Schützen mit Absicht nicht getroffen haben). Mit Frau Meister hätte ich am wenigsten gerechnet, dann sogar noch eher mit Nora. Damit ist dein Konzept also bestens aufgegangen.

    Das Setting ist, wie ich schon am Anfang der Geschichte geschrieben habe, sehr beklemmend. Ich hatte immer den Eindruck, in einer kühlen, sterilen Atmosphäre zu sein, wenn ich den Protagonisten durch die Flure der Firma folgte. Für die Realität hoffe ich, dass diese Fiktion niemals Wirklichkeit werden wird. Also diese Technik der Implantate und Fremdsteuerung. Lycraanzüge als Berufskleidung würde ich hingegen sehr begrüßen.

    Gut, dass nicht zu viel von Columbo im Inspektor hängen geblieben ist, denn es hätte mich sehr gewundert, wenn Trish ihr Herz an einen nicht mehr so jungen Herren verloren hätte, dessen Gesicht ähnich zerknautscht aussieht wie sein Mantel.

    Ich hatte auch zahleiche Assoziationen mit verschiedenen Filmen, Büchern o. ä., was ich absolut positiv meine, denn besonders dadurch wirkt das Ganz noch lebendiger und besser bildlich vorstellbar. Um einige Beispiele zu nennen: Lily, bzw. die umgewandelte Form, hat mich direkt an die Borg aus Star Trek denken lassen, die auch Nano-Sonden einsetzen, und in sog. Alkoven stehend regenerieren. Besonders 7 of 9 aus Voyager, die als Kind nur teilweise verwandelt worden ist, um als Köder für die Kontaktaufnahme mit den Menschen zu dienen. Die Fähigkeit, jede menschliche Form anzunehmen wiederum hat mich an Odo, bzw. das Volk der Formwandler aus Star Trek DS9 erinnert. Weniger konkret, aber grundsätzlich mit dem Thema Verbindung von Mensch und Maschine, wo hört das Leben auf und wo beginnt eine künstliche Daseinsform, fand ich mich ein wenig an Matrix oder Otherland erinnert.

    Abschließend kann ich auch nur bestätigen, dass die Geschichte sehr gelungen und eine Bereicherung für das Forum ist und ich mich schon auf eine Fortsetzung freue.

  • Der Graf

    Vielen Dank auch Dir für das positive Feedback. Freut mich sehr, dass Dir die Geschichte gefallen hat.

    Auch wenn mich persönlich die Arbeitskleidung sowieso sehr reizt (klar, sonst wären meine Geschichte und ich nicht hier) und diese Gedankenbeeinflussung auch ein wenig (und das durchaus in der Rolle einer Drohne), hoffe ich auch, dass zumindest Letzteres nicht Realität wird. Man muss allerdings schon aufpassen, wohin uns und unsere Arbeitsverhältnisse die Digitalisierung noch bringt. Von daher liegt in meinen Geschichten und ihren Ausblicken/Übertreibungen immer auch etwas warnende Gesellschaftskritik verborgen.

    Ja, von Columbo sollten natürlich nur Charakterzüge und Sprüche mit einfließen (zu viel wollte ich von dieser Ikone nicht "klauen"); mein Inspektor ist auch nur wenige Jahre älter als Trish. Danke auch für die Verknüpfungen zu anderen Figuren usw.; Matrix I hat mich von Anfang meiner Schreiberei an sehr beeinflusst.


    Ich tüftele derzeit am Konzept der Fortsetzung und habe auch schon ein paar Abschnitte getippt. Dauert aber noch etwas. Anregungen sind immer gerne willkommen...