Novemberrain

  • Schön, dass es auch an dieser Front weitergeht.

    Ich glaube bei vielen Mitgliedern machten sich bereits Entzugserscheinungen bemerkbar.

    Umso angenehmer, dass es jetzt wieder "kuschelige" Gefühlsbeschreibungen und auch weitere Entwicklungen der Story gibt.


    Und was die längere Zeit zwischen Veröffentlichungen angeht, so bin ich ganz deiner Meinung. Irgendwie sind wir Autoren trotz unserer individuellen Schwächen Perfektionisten und möchten den Lesern ausgereifte Kapitel präsentieren. Nicht jeder hat ständig Zeit sich darum zu kümmern. Wenn´s dadurch mal etwas länger dauert, ist das eher ein Qualitätsmerkmal.

  • Danke für die wirklich gefühlvolle Fortsetzung.

    Das du an diesem Teil lange gesessen hast, kann ich gut verstehen.

    Die Gefühle von Martin werden immer komplexer. Was die Beziehung zu Lilli angeht, seine Verbindung zu Lyca und jetzt noch sein Bekannter von früher.


    Ich hab mich richtig gefreut beim Lesen. Sowas hatte ich lange nicht mehr. :-)

  • Er hatte ihr nicht nur Obdach gewährt, er half ihr ein neues Leben aufzubauen.Aber für lange Gedanken fehlte die Zeit .Magot würde gleich da sein und Lilli behab sich ins Bad und zog sich um.Martin war etwas entäuscht

    als sie wieder ins Zimmer kam und den Laptop startete.Sie hatte sich entschieden den Ganzanzug auszuziehen und eine hellblaue Leggins anzuziehen und darüber ein T-Shirt aus Martins heiligem ASP Fundus.

    Sie hatte sich für das Shirt der Zaubererbrüder entschieden.Martin

    war seit langem Fan dieser Gruppe und er ließ keine Gelegenheit aus

    deren Konzerte zu besuchen.


    Nun sah es wirklich für Martin so aus als trug Lilli echt nur ne Leggins mit T Shirt.richtig ungewohnt für ihn. Aber er täuschte sich und stellte schnell fest das sie einen schwarzen Body noch trug. Ihre Ärmel und der kleine Stehkragen verrieten es ihm.

    Lilli hatte sich gerade gesetzt und meldete sich im Forum an. Zu Ihrer Freude gab es eine Fortsetzung einer Geschichte die sie verfolgte. Der Vojeur war eine Geschichte in der es darum ging, das jemand in einer Turnhalle von ein paar Turnerinnen erwischt wird. Martin hatte die Fortsetzung längst gelesen. Er hing seinen Gedanken voll nach. Der Kuss eben hatte ihn wie auch Lilli sehr überrascht.

    Deswegen versuchte sie auch abzulenken.Doch eigentlich lächelte sie vor sich hin. War glücklich darüber Martin ein deutliches Stück näher gekommen zu sein.


    Weiter konnte sie nicht mehr denken weil es an der Türe klingelte. Wie angekündigt war es Magot aus dem Sportladen, die Lilli am Laptop ein paar Dinge zum Arbeitsablauf erklären wollte.


    Nach einem sehr herzlichen Hallo und einer gemütlichen Runde mit einer Tasse Kaffee machten sich Magot und Lilli ans Werk und Martin brüttete weiter über seinem Programm. Lilli hatte erzählt wie es ihr seit dem Besuch im Laden ergangen war und wie wohl sie sich bei Martin fühlte.


    Es war nicht viel was Margot erklären brauchte, weil Lilli das Programm in ähnlicher Weise bereits kannte und mit gearbeitet hatte. Martin lauschte ein wenig mit, war aber selbst vertieft in sein Programm manchmal fluchte er auch so vor sich hin.


    Aus seiner Berufserfahrung heraus wusste er das es nicht zu oft einfachere Lösungen gab. Aber hier war ein Schmierfink am Werk gewesen. Wahrscheinlich war dieser auch noch gut betrunken gewesen als er dieses Bauteil konstruierte.


    Als Magot und Lilli fertig waren , holte Magot noch aus etwas aus ihrer Tasche.Sie war nicht nur wegen des Programms gekommen.Sie war auch gekommen, weil Lilli hin und wieder für Bilder für die Werbung Model stehen sollte.

    Es war ein Stoffknäuel, mit der Bitte das Lilli doch bitte mal anprobieren sollte, die Leggins sollte sie aber ruhig anbehalten . Lilli betrachtete das Stück Stoff, ging sich dann aber Wortlos umziehen.


    Magot nutzte die Zeit um mit Martin alleine zu sprechen. Sie wollte die Hintergründe wissen, die die Lilli nicht erzählte.Martin war aber der Meinung das wenn Lilli das preisgeben wollte, das sie das selber erzählen würde wenn sie genug Vertrauen gefasst hatte.Magot verstand,

    Sie kam auf den Besuch im Laden zu sprechen und wie es Martin bei

    der Anprobe ergangen war.Sie hatte gesehen wie unsicher er gewesen war und eher abgeneigt war.Martin wiegte den Kopf immer wieder und her während

    Magot sprach. „Ja Jein , geht so, nicht immer“ waren seine Antworten.


    Martin lies durchblicken das es in der Vergangenheit anders war und jetzt die Kleidung an ihm selbst ihn etwas verunsichere.Lilli war zurück vom Umziehen und lauschte dem Gespräch zwischen Magot und Martin.

    Sie hatte von Magot einen Body bekommen den sie jetzt trug.Er war Pink, hatte einen Mittleren Beinausschnitt und lief in einem Stehkragen schulterfrei aus. Im Nacken wurde er mit zwei Knöpfen geschlossen.

    Darunter war er bis unter die Schulterblätter frei.Lilli drehte sich langsam ein paar male um ihre Eigene Achse. Magot war zufrieden wie gut er ihr passte.


    Sie erwähnte das der Body von einem neuen Lieferanten war, sie einen Eindruck haben wollte, wie er angezogen so wirkte.Martin lächelte , ihm gefiel der Body an Lilli.Das vernahm auch Magot und setzte noch einen oben drauf. Sie hatte nicht nur ein Probeexemplar für Lilli dabei, nein

    sie hatte auch die Männervariante für Martin dabei.


    Der rümpfte die Nase als sie ihm den Body zeigte.Er war so früh am morgen gar nicht in der Stimmung sich in ein Body zu zwängen.Zumal er am Vorabend froh war, aus seinem eigenen Body wieder draussen zu sein.Es stresste ihn jetzt, allerdings sah er in Lillis Augen und er gab ihr zu Liebe nach, lies sich das aber nicht anmerken, das er es für sie tat.

    Er wusste selbst nicht, warum er es verbarg vor Lilli.Zumindest nahm er an das er es verbergen konnte.Konnte aber nicht, Lilli wusste das er es für sie tat.Sie lächelte.Er war so ein lieber Kerl zu ihr. Ihr war schleierhaft was wirklich passiert sein musste , das er sich so vergrub.Klar wusste sie, das die Trennung von Cathy nicht einfach gewesen war für ihn und sie wusste auch, das sich diese Cassandra an ihn ran gemacht hatte, aber direkt vollkommen auch wieder abgeblitzt war.


    Martin war kurz ins Schlafzimmer gegangen und stand kurze Zeit später wieder bei Lilli und Magot. Sein Body hatte ein kurzes bein und damit keinen Beinauschnitt und war ähnlich wie ein Hemd oder ein Polo Shirt geschnitten.Magot musterte ihn und wollte wissen wie er sich anfühlte.

    Aber Martin winkte ab und meinte das ihn das gerade kurze Bein eher störte und der Beinauschnitt an seinem Badeanzug weit aus bequemer war. Er realisierte gar nicht was er da gesagt hatte.eigendlich war es für ihn nur ein Argument schnell wieder aus dem Body raus zukommen.


    Nur Lilli war es nicht entgangen was er gesagt hatte und das wie er es gesagt hatte.Sein Badeanzug fand er bequemer. Seinen eigenen Badeanzug.

    Als wäre es völlig normal das er einen Badeanzug trug.War es für ihn aber gar nicht.Dennoch hatte er es so gesagt.Wie Socken zu tragen.

    So war sie etwas nachdenklich warum er sowas unbewusst aber mit ganz viel Selbstbewusstsein zum Ausdruck bringen konnte aber sich gleichzeitig dagegen wehrte Lycra zu tragen.Es war ja nur ein Stoff.

    Ne war es nicht und das wusste sie.Denn sie hatte diese magische Verbindung ja ebenfalls zu Lycra.Für sie war es etwas besonderes und

    pures Glück durch Martin an den Fundus von Cathy gekommen zu sein und ihren Kleiderschrank so gut gefüllt zu sehen mit Lycra. Sie stand jetzt direkt davor und zog den Body von Magot wieder aus und wechselte wieder in den bequemen Body, den sie vorher bereits an hatte.

  • Wie gesagt, nicht nur die Entwicklung der Geschichte erhöht ihr Niveau,

    auch die Struktur und der Erzählstil entwickelt sich in den letzten Kapiteln weiter.

    Man merkt deutlich wie du mit deiner Geschichte mitwächst und/oder dir mehr Zeit dafür nimmst.


    Danke auch für den kleinen Querverweis.

    Ich werd´ mich bei Gelegenheit dafür revanchieren.

  • So aus der Laune heraus und aus speziellem Anlass gibt es eine etwas längere Fortsetzung.

    Ein Blick hinter die Kulissen oder Erklärungen auf manche offene Fragen.


    Steigen wir doch direkt ins Geschehen wieder ein ...Viel spass euch




    Die Zeit war gut voran geschritten und Magot musste zum Laden aufbrechen.Wenn noch was sein möge, hatte Lilli jetzt alle Möglichkeiten sie zu erreichen.Heute und die nächsten Tage konnte sie in Ruhe sich in alles einarbeiten und sich einen genaueren Überblick verschaffen.

    Ein paar Dinge waren beim Durchgehen der Daten ihr bereits ins Auge

    gesprungen.Eigendlich war es ja immer das gleiche, nur die Programme, mit denen sie gearbeitet hatte, unterschieden sich ein wenig.


    Ihre volle Aufmerksamkeit konnte sie aber nicht darauf verwenden.ihr ging Martin nicht aus dem Kopf.Seine Worte zu seinem Badeanzug und das was ihm widerfahren musste. Sie wollte es wissen.Nicht weil sie neugierig war.Sondern weil sie die Erklärung haben wollte um an ihn heran zu kommen.Ja sie wollte es, sie wollte an ihn mehr heran. Wie weit mochte sie sich natürlich nicht eingestehen.

    Wieder wurden ihre Gedanken unterbrochen, als das Telefon ging.Martins bester Kumpel Carsten war am anderen Ende der Leitungund wollte wissen ob Martin am Abend mit ein Konzert besuchen wollte und einen drauf machen anschliessen.Martin war ewig nicht mehr mit Steffen weg.Es würde ihm mal wieder gut tun heraus zu kommen.

    Aber er wollte Lilli nicht alleine lassen.Aber sie winkte ab und gab zur Antwort das sie rüber zu Wiebke gehen würde.Ihr kam ein Mädelsabend gerade recht.Zum einen hatte sie lange keinen mehr abgehalten und Martin war lange nicht mehr auf einem Konzert gewesen.

    Also gab Martin nach und Carsten machte sich direkt nach dem Auslegen dran, noch Karten für das Konzert am Abend zu bekommen.An sich war das nicht das Problem, allerdings spielte eine bekannte Coverband und da war es nicht leichtnoch Karten zu bekommen.Aber Carsten hatte Glück.


    Lilli schrieb Wiebke per Handy an, die prombt Antworte, das sie ja schon am Nachmittag mit Eis essen beginnen könnten.Lilli war happy und sagte auch direkt zu..

    Martin würde am Nachmittag zwei drei Stunden alleine sein.Unrecht war ihm das nicht. Die Post Prozessoranpassung an die neue Maschine lief nicht ganz reibungslos.Der Hersteller der Maschine hatte an der Steuerung rumgeschraubt, das der normale Programmcode nicht mehr reibungslosfunktionierte.Eigendlich kam die Steuerund der Maschine von einem anderen Hersteller.Aber die Maschinenbauer drückten dem nochmal ihren Stempel auf und veränderten hier und da etwas.

    Das sorgte immer wieder für Probleme.Martin telefonierte immer wieder mit dem Mann an der Maschine und sah per Live Webcam welche Fehlermeldungen kamen.

    Martin hatte vor Jahren extra eine Schulung mit gemacht, um solche Probleme kompensieren zu können und nicht auf den Software Hersteller und deren lange Wartezeiten angewiesen zu sein.

    Je mehr die Maschinen liefen umso mehr Geld wurde verdient.Da waren

    Wartezeiten durch Ausfälle mehr als ärgerlich.

    Kurz bevor Lilli ging, hatte sie sich eine Capri angezogen und ein Lockeres Top.Drunter hatte sie nochmal den Body von Magot angezogen um mal zu schauen wie sich der Body bei längeren Tragen machte.

    Sie knuffte Martin, gab ihm einen zarten Kuss auf die Wange.Unten hupte Wiebke bereits.Sie holte Lilli auf dem Heimweg von der Arbeit ab um ihr den Weg zu Fuß in die Stadt zu ersparen.


    Logisch musterte Wiebke Lilli in ihrem neuen Body.“Und wie findet Martin ihn ?“ war ihr direkter Kommentar. Lilli Lächelte. „Hab ichs mir doch gedacht“ . Lilli stutze „Was hast du dir gedacht ?“ fragte Lilli,

    „Du gefällst ihm, als erste seit ..“ Antwortete Wiebke. „Seid ?“ Hakte

    Lilli nach.

    „Seit seiner Ex...“ gab Wiebke lapidar zurück.Glasglar war Wiebke im

    Bilde. Das Lilli ein Auge auf Martin geworfen hatte und auch Lilli gefiel Martin. Aber da war ja noch seine distanzierende Mauer, die Martin aufgebaut hatte. Nur Wiebke war es gelungen innerhalb dieser Mauern zu bleiben und auch dahinter blicken zu können.

    „Was ist damals wirklich passiert“ Fragte Lilli . Wiebke schaute auf die Straße , auf den Verkehr . Aber dann brach sie ihr Schweigen.


    „Nun....also …..Sie waren ja schon eine ganze Weile zusammen, planten und bauten sozusagen ihr Nest.Zwei Tage vorher waren sie unterwegs durch alle Möbelläden um ein gemeinsames Bett oben für die Wohung von Martin zu suchen.Cathy wollte bzw sollte ja zu ihm ziehen. Und ...“

    Stockte Wiebke „ diese Verfluchte Ratte !!!!“ Wiebke fluchte über den Autofahrer vor ihr , der sich so bescheuert in zwei Parklücken nebeneinander gestellt hatte, das Wiebke kein Platz mehr auf dem Parkplatz fand und zu dem anderen Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite fahren musste.


    „Und weiter „ stoß Lilli sie an.


    „Martin besuchte sie am Reitstall.Just an dem Tag trug sie eine blaue Leggins und den Stringbody den du auch selber so gerne trägst von ihr.

    Martin wollte mit ihr bequatschen welches Bett sie nun nehmen wollen und sie sagte ihm das sie eine Woche später nicht mehr da ist.

    Das sie wegzieht.Und das wusste sie schon Monate lange.Sie hat ihm die ganze Zeit was vorgespielt.

    Ihm gings richtig scheisse.Der hat ein ganzes Wochenende sich nur die Kante gegeben bei Carsten.Der rief mich schließlich über Martins Handy an weil Martin gar nix mehr sagte und auch nicht den Grund für sein Verhalten.

    Also bin ich zu Cathy gefahren und traf auf den Umzugswagen.Wie ein

    Eisblock war sie.Ihr war es scheiss egal was mit Martin ist.Ein paar Wochen hatten sie noch Kontakt miteinander.

    Das tat ihm absolut nicht gut.Er kam gar nicht mehr zur Ruhe.Er schlief kaum, aß so gut wie nix und auf der Arbeit schoß er einen Bock nach dem Anderen.

    Also hab ich das abgestellt, also den Kontakt mit Cathy, ihm ins Gewissen geredet.Hab auch wochenlang bei ihm gepennt.Er schlief ganz viel auf der Couch, weil er mit der Stille im Schlafzimmer nicht klar kam.Bis sein Rücken nicht mehr mitmachte.Ins Bett wollt er aber nicht.Also bin ich noch ein paar Wochen geblieben.

    Er ließ keinen mehr an ihn heran.Vertraute niemanden mehr.Ausser mir und Carsten.Nicht mal seinen Kollegen.Wir waren gemeinsam einkaufen

    wo ich bei ihm geschlafen habe und wir trafen einen seiner Kollegen.

    Das war, wie wenn eine ganz dicke Wand dazwischen gewesen ist.


    Diese Cassandra blitze so bei ihm ab, ohne auch nur den Funken einer Chance zu haben.Er hat es mir irgendwann erzählt das er nicht konnte und wollte.Da war Cathy schon lange aus seinem Leben,

    Ihre Klamotten, die du jetzt hast , haben wir gemeinsam zusammengesucht in der Wohnung und in die Kartons auf dem Speicher getan.Er wollte nie wieder was damit zu tun haben. Aber an einen Second Hand Laden wollte er sie auch icht abgeben.Er wollte sie behalten aber auch nie wieder sehen.

    Wieso weshalb warum ich weiß es nicht.Seinen Badeanzug mochte er auch nicht mehr.So häufig ging er auch nicht mehr ins Schwimmbad.Wir habens ein paar male versucht, aber ihm ging es nicht gut damit.

    Nur tauchen, das geht er immer noch.Gott sei dank.“

    Ich weiß nicht ob du das überhaupt weißt, Seine Sachen müssten noch auf dem Speicher in einem etwas kleineren Karton sein.


    Für Lilli klang das alles schlüssig.Das erklärte seine sehr zurückhaltende Art. Das erklärte warum er kaum Kontakte pflegte, das erklärte warum

    es so schwer war in seine Nähe zu kommen.


    „Ihr seit ineinander verschoßen...“ sprach Wiebke es endlich aus.


    Lilli schwieg, lief rot an , wurde ein wenig verlegen, ehe sie schließlich

    lächelte. Wiebke war es die es erstmals aussprach, beim Namen nannte.


    Martin war in der Zwischenzeit voran gekommen bei der Programmierung.Es lief nicht ganz so schnell wie er sich das gedacht hatte. Es lief vorallem auch nicht so schnell weil er seine Gedanken gar nicht so gut darauf konzentrieren konnte. Schliesslich hatten sie sich, Lilli und Martin das erste mal geküsst.Sein Herz hüpfte immer und immer wieder, es war das, was er sich schon länger insgeheim wünschte ohne selbst darüber auch nur einen Funken zu überlegen.Das er ihre Nähe genoss, das wusste er schon länger aber er hatte sich selbst auch verboten weiter darüber nachzudenken.Er wollte nicht wieder enttäuscht und verletzte werden.Ohne Wiebke hätte er auch deutlich länger gebraucht Cathy zu verarbeiten und sich seinen Ängsten zu stellen.

    Klar war Cathy jetzt mehr oder weniger allgegenwärtig, weil es darum ging, das neue aufzubauen was sie einst zerstörte.

    Nur Lilli hinderte das alles nicht, sein Herz im Sturm zu erobern.

    Immerhin hatte sie ihn auch dazu gebracht nach all der langen Zeit wieder Lycra zu tragen. Sicher hatte er sich unwohl dabei gefühlt aber er fühlte aber die wärmende Sicherheit , die im Lilli dabei gegeben hatte.

    Also woher kam dieses Unwohlsein ? Waren es seine Ängste die das verursachten ?

    Oder war er nervös wegen Lilli ? Unbewusst ? Wiebke hatte ihn nach Cathy zwar immer wieder ins Schwimmbad geschliffen und auch versucht das er wieder seinen Badeanzug trug aber das hielt er nicht mal bis zum Ausgang an der Umkleide aus.



    Martin war sich ziemlich sicher das er wesentlich mehr für lilli empfand. Nur den Weg das auch zu zu geben war für ihn eine Hürde. Wiebke würde ihm wohl sagen na endlich gibt er das auch endlich zu.


    Das was eh schon für Wiebke klar war. Sie an seinen Blicken zu Lilli erkannte.


    Wiebke laß Martin wie ein offenes Buch.Insgeheim hoffte Martin das heute Abend lilli ihm noch mal so nahe kam wie bei dem Kuss.

    Er spürte wie es kribbelte , Ihm heiß und kalt wurde , sich ein Kloß in

    seinem Hals bildete.Hin und hergerissen zwischen seiner gewohnten Angst und der aufkeimenden Liebe zu Lilli war er sich nicht im klaren wie er es ihr zeigen konnte.

    Martin war deutlich unsicher und hin und her gerissen. Wann immer er so drauf war, war es Wiebke die ihn dort wieder heraus holte. Endweder roch sie es und tat das was zu tun war oder Martin machte sich bemerkbar, das sein Kopf ihn mal wieder gefangen nahm.

    Doch was sollte er jetzt tun ? Wiebke kontaktieren ? Die saß mit Lilli zusammen. Diesmal ausgerechnet mit Lilli.Martin setzte die Situation mehr zu als er zunächst eigendlich selbst von sich gedacht hatte.

    Klar kannte er Ventile mit dem Druck fertig zu werden. Gewöhnlich war Musik seiner favorisierten Band ASP , aus dem er am meisten Ruhe und Kraft schöpfte.

    Unzählige Male waren er auf deren Konzerte gewesen. Jedes Konzert für sich, war für Martin eine Art Therapie , seine Gedanken und Gefühle sortieren zu können. War es grober Kummer spielte er den Wechselbalg,

    Allein der Refrain strengte an und verschaffte ihm Erleichterung.War er traurig, melancholisch war es für Gewöhnlich Krabat , das Lied der Rabenfeder , dessen Handlung um den bösen Müllermeister sich drehte.

    Martin konnte sich hineinversetzen , in den Lehrling beim Meister.

    Die Wärme und Freiheit des Refrains.Wie befreiend wenn dessen Zeilen erklangen.

    Doch jetzt verspürte er etwas Aggression und verzweiflung.So war klar

    das er „Denn ich bin dein Meister“ startete.

    Martin hatte früh gelernt, das Musik ihm stets helfen konnte.Aber er konnte es nicht umsetzen und kanalisieren. Bis Wiebke ihn mit ASP vertraut machte.

    Diese Band nahm ihn von Beginn an der ersten Töne des Liedes in ihre Arme.Bot ihm Schutz und Rückhalt. Na den Konzerten war er immer ausgepowert bis zur totalen Erschöpfung.Kein Wunder eigendlich den die Konzerten gingen meist zwischen zwei und drei Stunden.

    Diese magische Verbindung, das Werben umeinander bot ihm egal wie es ihm ging immer ein Zuhause tief in seinem Herzen.

    Nachdem Cathy weg war, hörte er sehr viel „ungeschriebene Liebesbriefe“ besser bekannt als „...und sie tanzten im Schnee vergangenes Jahr...“

    Wenn Martin in seiner Stammdiscothek war, einem alten Gewölbekeller direkt am Rhein gelegen, erlebte er immer wie das Publikum von jetzt auf gleich ausrastete und die Tanzfläche explodierte,

    Die ersten Monate sah er noch zu, nach und nach hielt es ihn auch nicht mehr fest und man fand ihn stets auf der Tanzfläche.Tanzen konnte Martin zwar überhaupt nicht, aber die Szene-Zappelei , die beherschte er mit der Zeit.

    Seit Lilli eingezogen war, hatte er nicht mehr Laut die Musik gespielt.

    Einige Male leise über die Kopfhöhrer nur.

    Doch jetzt brauchte er die wummerden Bässe und die messerscharfen lyrischen Texte .

    Eigendlich wie automatisch hatte er das Handy in der Hand und tippte zu Wiebke : „ noch zwei Monate bis ASP“

  • Die Einblicke in die IT-Welt geben der Geschichte mehr Tiefe ohne zu sehr abzuschweifen.

    Sehr schön mehr über die Charaktere, deren Motivation und Verhältnis zueinander zu erfahren.

    Wiebke spricht gegenüber Lilly aus, was sowieso jeder schon weiß, bloß sie selbst es sich nicht eingestehen will.

    Unabhängig davon erfährt der Leser von Martins Verlangen und die Schilderung der Texte von ASP geben Auskunft über sein Seelenleben.

    Gefällt immer besser.

    P.S. Man merkt wie intensiv du beim Schreiben bei der Sache warst. An solchen formalen Unwichtigkeiten wie dem gelegentlich fehlenden Leerzeichen nach einem Punkt.

    Weiter so.

  • Danke für das Lob. Hoffe der nächste Teil gefällt ebenfalls .



    Es war ihre unabgesprochene Kommunikation wenn Martin nicht weiter wusste.Aber Wiebke wusste zu deuten das es für Martin wieder Zeit war, für einen Abend wieder in diese Welt abzutauchen und sich innerlich neu zu sortieren.

    Wiebke antwortete prombt. Lilli war zur Toilette gegangen.


    Wiebke : Turbinenhalle wieder `?

    Martin : Gott sei dank ja

    Wiebke : große Halle ? ?


    Wann immer Asp in der Turbinenhalle spielte, war es für Martin schon fast eine Art Heimspiel.Ne gute Stunde war die Halle von seinem Wohnort weg. Die Frage nach der Halle, war Wiebkes Art herauszufinden, wie es Martin ging, ob er viel Luft und Platz brauchte.


    Martin: Hoffendlich ja

    Wiebke : bischen Wartezeit ist noch

    Martin : viel zu Lange bis dahin.

    Wiebke : ja


    Martin bestätigte das er nicht weiter wusste und Wiebke lotete aus ob

    es Schnell gehen musste oder ob er es packte .Und Wiebke wusste nun

    das es Martin sehr stresste.Klar wusste sie das es um Lilli ging und er mit sich harderte ob er sie an sich ranlassen konnte.Seine Zweifel waren

    völlig umsonst und unnötig da er sie längst unbewusst an sich herangelassen hatte.

    Aber Wiebke hatte eine Idee. Ihrem Plan kam zu gute, das sie Lilli am

    Sportgeschäft absetzen musste wenn Lilli wieder vom Örtchen zurück war, sie gezahlt hatten .

    Lilli musste ein paar Dokumente durchsehen und per Computer war das noch nicht erfasst.

    Da sie schon mal unterwegs waren, war es ein Abwasch.


    Wiebkes Plan war es , sobald sie Lilli abgesetzt hatte, einen Weg zu finden, Martin unter die Arme zu greifen.

    Die Liebe war für ihn immer schon ein Thema, wo er sich unnötig schwer tat in ihren Augen.


    Wiebke : Find ich dich wie üblich ?

    Martin : Auf dem Weg.


    Martin hatte ein Plätzchen an einem kleinen Fluß, der durch ein kleines Tal floß, das für seinen Wein sehr bekannt war.

    Martin kannte es von klein auf und sein Onkel hatte ihn schon mitgenommen an einen Platz an diesem Fluß , da ging Martin noch in den Kindergarten.

    Der Fluß bog scharf nach Links ab, unterhalb der Straße war eine Art Sandbank.Voll mit kleinen flachen Steinchen.Gegenüber war ein großer Felsen.

    Von seinem Onkel hatte er gelernt, diese flachen Steine über die Wasseroberfläche titschen zu lassen. Manchmal kam er hier her, weil meist auch hier niemand war der ihn störte beim nachdenken .Die Autos oben an der Straße blendete er dabei völlig aus.


    Dorthin war er nun unterwegs und Wiebke würde nur eine viertel Stunde bis dorthin brauchen. Irgendwann hatte sie ihm dieses Geheimnis entlockt. An einem der Abende und Nächten , wo sie zusammensaßen und über Gott und die Welt sprachen bei einem Glas Wein für Wiebke und Whiskey für Martin.


    Aber Wiebke führte auch was im Schilde ehe sie an dem Platz ankam.

    Als sie ankam hatte Martin gerade seinen Spass. Das Hochwasser hatte viele große Steine mit angespült.Mit viel Getöse und großen Wasserfontänen landeten diese zum Spass von Martin im Wasser.

    Wiebke trat vom Hinten an ihn ran. „Pass auf die Fische auf“ raunte sie ihn an. „Hier sind keine“ gab er schroff zurück.

    Beide meinten es keinesfalls so wie sie es sagten.Vielmehr war ihre Art zu sagen „Schön das du da bist“


    „Meinst du nicht, das du falsch angezogen bist ?“ spottete Martin und zeigte auf Wiebkes Outfit. Wiebke wunderte es, das Martin sich nicht wunderte und gab die Frage direkt zurück „Meinst du nicht, das du falsch angezogen bist ?“


    Martin stand in Jeans und Turnschuhe da, Wiebke trug eine hellblaue Leggins und ein T Shirt. So wie es aussah trug sie einen Turnbody noch drunter. Zumindest hatte sie noch was langärmliges graues an.

    So ging sie meist zum Joga.


    Wiebke besuchte den Yoga Kurs zwei mal in der Woche als Ausgleich.

    Für Martin war das Tauchen das Mittel um herunter zu kommen, für Wiebke war es das Yoga. So taff Wiebke auch war, für sie war es auch manchmal anstrengend im Leben und irgendwo musste sie die Kraft sammeln um Martin dann auch eine Hilfe sein zu können.


    Aber sie ging diese Woche gar nicht zum Yoga.Aber sie hatte die Tasche noch im Auto und sich auf der Anfahrt entschlossen, die Klamotten zu wechseln. Das warum wusste sie selbst nicht so recht.

    Aber ihr Gefühl sagte ihr, das es nicht falsch sein würde. Schliesslich ging es auch um Lycra.


    „Also du hast dich neu verliebt“ analysierte Wiebke messerscharf

    Martin winkte ein wenig ab um es herunter zu spielen „ ach was“ gab er zürück.„Gut das du es zugibst“ führte Wiebke ihren Scheinangriff weiter aus. Nee Martin hatte es nicht zugeben aber es war beiden klar das es eben so war.


    Abstreiten konnte Martin immer schon sehr gut. Nur Wiebke machte er erneut natürlich nix vor.“Zufrieden ?“ blaffte er zurück.


    „Und weiter ?“ tat Wiebke gelangweilt .

    „Was soll sein ?“ furzte Martin weiter.

    „Schon geküsst ?“ hakte Wiebke nach.

    „Sollte ich ?“ tat Martin beleidigt

    „Das Finanzamt freut sich“ Warf Wiebke zurück


    Dieses Geplänkel beherschten beide aus dem Eff – Eff. Wiebke als auch Martin hatten nicht aufgehört unterdessen die Steine über das Wasser flitzen zu lassen.


    „Was willst du tun“ schob Wiebke das Gespräch wieder an.

    „Ich hab kein Plan“ antwortete Martin

    „was meist du ?“ Fragte Martin direkt nach,

    „No Risk no Fun“ war Wiebkes Antwort und zog ihr T-Shirt aus.

    Martin hatte sich mit dem Verdacht geirrt .Es war kein Turnanzug

    Es war ein grauer Stringbody aus Mikrofaser mit langen Armen.


    „Warum hast du das an ?“ Fragte Martin.

    „Vielleicht damit du verstehst, das du ohne Grund wegrennst“


    Wiebkes Worte waren wie immer sehr deutlich.Manchmal verletzte sie ihn damit auch und er brauchte seine Zeit wieder zu erkennen wieviel Herz hinter ihren Aussagen steckte.


    „hast du dich wirklich so unwohl gefühlt ?“ hakte Wiebke nach und spielte darauf an , wie schnell Martin sich wieder umgezogen hatte, nach dem er Lilli zu Liebe eine Leggins und Body angezogen hatte.


    „Weiß nicht , kann sein , bin mir nicht sicher“ druckste Martin rum.

    „Liegt alles oben noch einmal bereit für dich ! “ Schob Wiebke ihn an und wusste genau über welche Grenzen sie ihn beim letzten mal gebracht hatte.Aber er hatte es gemeistert.

    Als sie Lilli am Laden absetze, bat sie Magot um einen Body und Leggins für Martin.Seine Größen kannte sie und übernahm auch das

    bezahlen.

    Sie hoffte hier draussen an dem kleinen Flüßchen , ihn dazu zu bringen

    nochmal eine Leggins und Body anzuziehen. Hier war niemand ausser sie. Niemand würde ihn sehen und auch nicht Lilli, die ihn aus dem Takt bringen könnte, ihn an seine Ängste erinnern könnte, war nicht da.


    „Was bringt der Murks ?“ wehrte Martin ab

    „muss ich dich treten oder vertraust du mir ?“ bot Wiebke ihm die Stirn

    Martin sah sie mit großen Augen an.Mal wieder ruhmorte es ihn ihm.

    Was gab ihm das , hier an der Stelle jetzt in Lycra zu hüpfen ?


    Wiebkes Schachzug war spontan und genial zu gleich. Hier weit ab von allen Störfaktoren sollte Martin lernen sich wieder wohl zu fühlen.

    Sie begriff das das Glück von Martin und Lilli durch die Lycra Altlasten von Cathy behindert wurden. Beide Hürden aufeinmal würde Martin auf gar keinen Fall schaffen.

    Lilli würde aber auch nicht darauf verzichten es zu tragen bis Martin vielleicht so war. Es würde ja auch keinen Sinn machen.Wiebke musste den Weg ebnen damit Martin weitere Hindernisse angehen konnte.

    Ihre Yoga Tasche hatte sie auf dem Rücksitz liegen sehen und spontan beschlossen , es zu versuchen, ihn aus dem Takt zu bringen.

    Das Lilli ins Sportgeschäft musste war glücklicher Zufall , um für Martin auch noch was im Auto zu haben wenn er sich darauf einlassen würde.


    Nur das mit dem darauf einlassen , das wollte nicht so recht klappen.

    Aber Wiebke gab natürlich nicht direkt auf. Natürlich hatte er nichts zu befürchten hier in Gegenwart von Wiebke. Das hatte er beim letzten Mal auch nicht. Sein Kopf und seine Gedanken waren auch dieses Mal anderer Meinung.


    Lilli hatte sie fragend angesehen als sie um einen Body und eine Leggins bat. Doch Wiebke gab ihr durch den Blick zu verstehen das sie sich keine Gedanken machen musste. Sie hielt Martin nun die beiden Sachen entgegen. Wiebke war extra noch einmal ans Auto gegangen um die Sachen zu holen.


    Die Leggings war in einem dunklen blau und sah aus als wäre sie nass. Der Body war sehr hoch geschlossen, hatte breite Träger die im Rücken zu einem ringer rücken zusammen sich vereinigten. Der Beinausschnitt war etwas mehr als Mittel hoch aber nicht zu hoch. Martin konnte es gut tragen, da alles breit genug ausgelegt war. Die schwarze Farbe passte zu der dunklen Leggings.


    Er war es gewohnt sich draußen am Auto umziehen zu müssen durch seine Taucherrei. Entsprechend schnell war er beim Umziehen.Das Besondere an den beiden Sachen war, das sie quasi keinerlei Bezug zu Cathy hatten, ausser das sie aus lycra waren.


    Somit befand er sich eigentlich in der neutralen Zone fern ab von jedem Einfluss sollte man dann meinen. Aber Martin wäre natürlich nicht Martin, würde ihn sein Kopf und seine Gedanken nicht hemmen.


    Das ging los als er in der Leggings stand und in den Body gestiegen war und feststellen musste, dass es ein Stringbody war. Wiebke hatte nicht aufgepasst oder aber sie hatte es ganz bewusst so gewählt.

    Der String war am Gesäß nicht ganz so hoch wie bei Wiebke oder bei Lilli wenn sie so etwas trug.


    Für Martin war es absolutes Neuland. Nie hatte er so einen Body getragen. Bei Cathy sah er es gerne und bei Lilli erstrecht und er musste sich eingestehen das es Wiebke auch sehr gut stand. Anfangs versuchte er wie ursprünglich mal gewohnt den Body am Po zurecht zu zupfen aber da war nichts zu machen.

  • Wiebke kicherte etwas wie sie ihn sah. Es war in der Tat gar nicht ihre Absicht gewesen ihn in einen Stringbody zu stecken. Sie wusste doch das er so etwas gar nicht kannte und sich so schwer getan hatte überhaupt wieder Lycra zu tragen.



    Andererseits war es einen Schritt über seine Grenzen hinaus heute und sie bot die Hoffnung, daß er daran wuchs. Vielleicht auch, das es ihn einen Schritt näher brachte. Ihn dazu zu bekommen, in seinem Badeanzug gemeinsam mit Lilli schwimmen zu gehen.



    Es war vorhin Teil des Gespräches zwischen Lilli und Wiebke gewesen. Wiebke hatte ihr ja auch erzählt das es vor einiger Zeit noch, wo Cathy noch Teil seines Lebens gewesen war, regelmäßig in Leggings und Body anzutreffen war. Lilli war darüber so verwundert, auch darüber das sie schwimmen waren gemeinsam und Martin wie ganz selbstverständlich seinen alten Badeanzug dabei an hatte.



    Da kam auch die Frage auf wieso Martin das nun so schroff ablehnte.


    Gut das ihm der Badeanzug, sein alter Badeanzug nicht so gut gefiel, das hatte er erst einige Zeit später nach der Trennung fallen lassen.


    Damals schwieg er dazu, überspielte es gerade zu perfekt aus purer Liebe zu Cathy.



    Die Zeit als Single hatte ihn dazu gebracht, darüber klar zu werden was er wirklich wollte. Auch wenn er stets weg lief wenn er es wieder mal mit der Angst vor erneuter Verletzung zu tun bekam.



    Nun stand er mit Wiebke am Ufer und ließ wieder die kleinen flachen Steine über die Wasseroberfläche sausen. Wiebke tat es ihm gleich und viel Zeit verstrich ohne das jemand was sagte.



    Wiebke war einfach nur für ihn da. Leistete ihm Gesellschaft, gab ihm Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit.


    Allerdings unterbrach sie die Stille nach zehn Minuten und wollte Martin zu einem Spaziergang bewegen.



    Das war nix neues. Es war wie immer wenn sie dort waren. Und wie immer tat sich Martin schwer aufzubrechen zum Spaziergang. Schließlich musste er das Steinchen werfen dafür unterbrechen. Gerade wo er im Rhythmus war, es so viel Spaß bereitete.



    Doch anders als sonst wo es genügte das Wiebke anführte das sie durch die umliegenden Felder spazieren wollte hatte er nun das Argument, das sie so doch unmöglich spazieren gehen konnten.



    Also Wiebke schon. Nee aber er musste sich dafür umziehen oder zumindest seine Sachen darüber ziehen. Aber Wiebke ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Sie wollte laufen. Drüben an der einen Weide standen oft Pferde die sie mit Gras von gegenüber des Weges am Feld fütterten. Manchmal waren auch junge Katzen dort an dem kleinen Unterstand der Pferde.


    Martin war dann meistens geduldig und es dauerte nie lange und die Pferde hatten ihn weich gekocht und bekamen von ihm ebenfalls von dem leckeren Gras auf der anderen Seite.



    Wiebke ging auf ihn zu, streckte ihre Hand aus und sagte "nicht denken, komm wir gehen zu den Pferden"


    Das war das simpelste und einfachste was sie tun konnte. Er kannte dort ja alles und es gefiel ihm immer auch sehr. Zumindest wenn er davon los gekommen war, die kleinen flachen Steine übers Wasser sausen zu lassen.



    Und es gelang ihr tatsächlich ihn aus seinen Gedanken zu bekommen. Sie führte noch etwas im Schilde aber zu erst wollte sie zu den Pferden. Sie liebte diese Pferde. Vor Jahren musste sie nach einem Sturz dass reiten beenden. Der Arzt Verbot ihr es, weil ihr Knie das nicht mehr mitmachen würde, würde sie ein zweites Mal stürzen. Ihr Meniskus hatte sehr unter dem Sturz gelitten.


    Wiebke war zwar angefressen deswegen aber arrangierte sich schnell damit als sie mit Yoga vertraut gemacht wurde.



    Seit dem war das ihr Ausgleich. Den Kontakt zu den Tieren ließ sie aber nie abreißen. Und auch Martin wusste darum, es war zwischen ihnen immer ein geben und nehmen. Der eine passte auf den anderen auf.



    Was auch gut war denn Martin sah wie sie sich wie ein kleines Kind freute als sie an die Weide kamen.


    Unterwegs versuchte er immer wieder den Body zurecht zu ziehen am Po. So neu war es für ihn. Wiebke erheiterte das. Auf ihre Frage hin ob es ihm gut ging und wie es sich anfühlte antwortete er aber mit einem sehr gut.



    Wiebke hakte noch einmal nach um sicher zu gehen das er nichts überspielte. Doch oh Wunder Martin ging es gut.


    Wiebkes Einwurf das er ihr seine Klamotten geben könnte und so heim fahren könne nahm er aber als Scherz auf. Noch!


    Bei den Pferden gab sie ihm dann sehr klar zu verstehen das sie absolut nicht scherzte.


    Das brachte ihn etwas aus der Fassung. In diesem Zusammenhang hatte Wiebke noch nie so das Zepter übernommen. Wohl ja als er noch mit Cathy zusammen gewesen war und es um ein Spiel mit Cathy gegangen war.



    Wiebke wusste das er nun das grübeln begann und gab ihm aber einen Einwand die ihn erneut das Denken sein ließ. Es könnte ja eine schöne Überraschung für Lilli sein, meinte sie trocken.


    Die Idee war für Martin gar nicht so übel. Dachte er doch den halben Tag schon über eine Überraschung für sie nach. Etwas was ihr zeigte, das er auf sie zu kam.


    Ihm wurde etwas mulmig, ihm wurde heiß und kalt, sein Herz hüpfte und pochte wie wild. Als er auch noch blass wurde ließ Wiebke von den Pferden ab und kam herum und bugsierte Martin auf einen Strohballen neben der Koppel.


    Sie ging in die hocke und sah Martin tief in die Augen.


    Hast dich in sie verliebt obwohl du das gar nicht wolltest aber doch keine chance hattest dich dagegen zu wehren hmmm? "



    Das war zuviel für Martin. Zu viel Streß. Er begann zu würgen und übergab sich schließlich neben den Strohballen. Viel kam nicht heraus. War auch kein Wunder weil er wieder mal noch nichts gegessen hatte. Auf seelischen Stress reagierte Martin immer mit Magen Darm und vernachlässigte seine Ernährung. Trank dafür meist wesentlich mehr Wasser als sonst.


    Wiebke nahm seine Hand streichelte ihm den Kopf und über den Rücken. Er tat ihr leid und sie kannte das nicht anders von ihm.


    Immerhin hatte sie ihn vor Jahren schon dazu gebracht zum Arzt zu gehen und sich untersuchen zulassen.


    Martin gehörte zu der kleinen Gruppe, wo diese Erscheinungen bei Streß normal waren und wo es ausser Ruhe und Ausgleich zum Stress kein Mittel gegen gab.


    Wiebke reagierte ruhig und gelassen und nach einer viertel Stunde ging es Martin auch wieder besser. So liefen sie zu den Autos zurück. Eigentlich wollte Wiebke noch dafür sorgen das er seine Klamotten raus rückte. Aber sie brauchte gar nichts sagen, den Martin hatte gut gefallen gefunden Lilli so zu überraschen.


    Manchmal dachte er bei sich. War er schon ein Vollhonk. Er wünschte sich etwas sehnlichst, verlor sich prompt dabei in der Gedankenspirale um sich am Ende mit Händen und Füßen Füßen dagegen zu wehren was er eigentlich wollte.



    Und mit jedem Male war der Kloß im Hals größer. Martin sah ein Berg noch vor sich und dem Punkt wo er aufgehört hatte darüber nachzudenken was ihm schlimmes geschehen konnte, ohne bedenken zu haben jemanden an sich heran zu lassen.


    Es war, als laß sie wieder einmal seine Gedanken. Wiebke seine beste Freundin stand vor ihm und sah ihn skeptisch an bevor sie das ganz genauso aussprach was er dachte. Diese magischen Momente hatten sie häufiger.


    Sie suchten gar keine Erklärung dafür. Sie nahmen es beide als ein großes Geschenk für sich.


    "Wir beide, flüsterte Martin," wir sind doch schon kompliziert.... ". Wiebke legte den Kopf schief, wiegte ihn hin und her als würde sie intensiv nachdenken ehe sie spitzbübisch fragte" meinst du Lilli und dich oder meinst du dich und mich? "


    Sie hatte da so ein grinsen im Gesicht und wusste natürlich genau wie Martin seine Frage gemeint hatte.



    " Beides " gab Martin selbstbewusst zurück und grinste." jaaaah " zog Wiebke ihre Antwort in die Länge" das ist irgendwo richtig! Aber du liebst sie doch, jedenfalls biste über beide Ohren in die kleine verknallt. Verarschen kannst du jedenfalls jemanden anderen! " das war Wiebke wie sie leibt und lebte. Herzlich, überlebt und furchtbar ehrlich und direkt.



    Es war diese Art von Wiebke und die nachdenkliche absolut verlässliches Art von Martin, die beide unzertrennlich zusammen geschweißt hatte und kein Kraut dagegen gewachsen war das zu ändern.


    Sie hatten sich quasi als Geschwister adoptiert.



    Wiebke besaß zwar mehrere Geschwister aber mit denen hatte sie wirklich nicht mehr zu tun als das sie


    Auf dem Papier offiziell verwand waren.


    Martin hatte eine Schwester zu der er schon lange den Kontakt abgebrochen hatte und ihr auch nur noch die kalte Schulter zeigte. Wenns hoch kam.



    "und fährst du gleich so heim oder soll ich vorsorglich mir deine Klamotten stibizen?" fragte Wiebke kess.


    "meinst sie freut sich?" ne typische Martin frage.


    "boah Kerl hömma!" kam nur von Wiebke zurück. Deren böser Blick nahm Martin mit einer totalen Unschuld hin. Statt dessen zupfte er am Body herum.


    Wiebkes Blick änderte sich schlagartig in ein herzliches Lächeln.



    "magst das teil hm?" kniff dabei ein Auge zu und legte den Kopf schief.


    "ja jein weiß nicht!" kam von Martin zurück.



    "an den String gewöhnst du dich schnell und Lilli gefällt das gewiss auch! Ich trags doch auch und deine Lilli auch. Nächstes mal bekommst von mir so einen wie ich habe oder Lilli, nochmal mit bißchen weniger Stoff hinten" sprach sie fort und drehte sich mit dem Rücken posierend zu ihm hin.



    "also du magst die Lilli, hast dich verknallt in sie?" Wiebke hatte ganz klar das Zepter in der Hand bei dieser Unterhaltung. Okay das hatte sie überwiegend immer, war also gar nix neues. Sie war drauf aus, es aus ihm heraus zu kitzeln heute " ich habs doch gesehen wie du sie angesehen hast, wie sie dir gefällt". Wiebke hatte deutlich das Oberwasser.



    Martin schaute etwas genervt, etwas böse zu ihr.


    "ja verdammt! Jetzt nerv nicht rum. Hätten wir uns sonst geküsst? Blöde Kuh, is jetzt Schluss mit dem drauf rum reiten". Er war etwas in Rage und gab etwas preis was er selbst doch erst wenige Stunden zu verarbeiten gehabt hatte.



    "ach geküsst auch schon? Na da schau her!" eigentlich war es nix neues für Wiebke. Sie hatte es


    Bereits vermutet und heute morgen war Lilli etwas


    Abwesend gewesen. Jedenfalls kam sie so rüber


    Und ihre Fragerrei hatte Wiebke hellhörig werden lassen.



    Die Blicke, die Lilli und Martin sich hinterher und zuwarfen sprach schon lange dafür das es nicht nur eine Wohngemeinschaft war in der sie nun lebten, einst aus der Not heraus bei Lilli. Sondern das sie zu einem festen Paar sich entwickelten.Ein Liebespaar mit all seinen Facetten.


    "es war Zufall... Sie wollte.." fluchte Martin weiter


    "Zufall?" fragte Wiebke sichtlich erheitert.


    "denk doch was du willst.. Machst du ja eh immer" warf Martin zurück.


    "sowieso! Aber meinst du nicht das du dich entspannen solltest Häuptling Rotauge?"