Novemberrain

  • Sooo bringen wir doch mal ein wenig Chaos in die gewohnte Abfolge der Neuerscheinungen



    Zweite Chance fesselt euch ? Gut so

    die Zugfahrt gefällt euch ?

    Von der Turnfee Nereida braucht ihre eure Wöchendliche Dosis ?



    Nun was macht ihr wenn ich ein neues Kapitel von Martin und Lilli online stelle ?




    Viel Spass beim Lesen ihr Verückte Bande .



    Ein wenig hatte Martin auf das Treffen hingefiebert. Auch wenn er

    immer noch nicht wusste was er zu dem Treffen anziehen würde, das wollte Wiebke ja in die Hand nehmen. Er würde aber auch sehen, in welchem tollen Outfit Lilli ihn begleiten würde.

    Nun hing er in der Luft ein wenig. Wieder vier Wochen warten. Dennoch

    verstand er das es zu gefährlich war am See ein Treffen abzuhalten und auch das es erst vier Wochen später wieder möglich war, den Ort zu mieten. Schicksal oder Karma oder so ähnlich.


    Er suchte die Ablenkung im Youtube als der Computer hochgefahren war und fand in Nightwishs „Last of the Wilds“ den Hintergrund seine Gedanke und Gefühle in Reihe zu sortieren.Der Tag war lang gewesen

    voller Emotionen und Eindrücken. Dabei hatte er den Blick von Lilli vor

    Augen als er vom Treffen mit Wiebke wieder heim gekommen war.Begeistert war er gar nicht als er den Stringbody anzog. Er witterte

    ein wenig Verrat von Wiebke. Wusste aber auch das das ein absoluter

    Schwachsinnsgedanke war. Sie würde ihn niemals verraten und es war mit Sicherheit ein Missgeschick von ihr, ihm einen Stringbody mitzubringen.

    Mit Ehrlichkeit bedacht musste er sich eingestehen das es eh früher oder später an der Zeit gewesen wäre, das er einen solchen Body einmal anprobieren würde..


    Er verharrte in dem Gedanken , als sein Blick auf seinen Schreibtisch fiel.Das kleine Paket was dort lag, hatte er zunächst gar nicht war genommen.Er hatte aber auch vergessen das es kommen würde.

    Mit einem diebischen Grinsen erblickte er den Namen des Versehenders der mit Herz und Verstand ihm diese Freude machte. Der Meister hatte also das neue Album früher raus geschickt an die Vorbesteller , als der Erscheinungstermin tatsächlich war.Martin hatte sich gründlich gedanklich im Termin vertan.Bei dem vielen Trubel in Martins Leben war das zu vernachlässigen.


    Ein Blick bestätigte, das es tatsächlich anderthalb Wochen vor Termin war. Damit war ein Teil der Nacht für ihn schon verplant. Er würde nicht schlafen können ohne ausführlich das neue Album herauf und herunter gehört zu haben. Schon auf den ersten Metern beziehungsweise Tönen

    erwärmte sich sein Herz. Wie ein Back to the Roots wars schon für ihn.

    Bei den letzten zwei Alben tat er sich sehr schwer damit , in die Texte und Gedanken des Songs sich hinein zu versetzen. Umso leichte fiel es ihm jetzt wieder.


    Als das Album angekündigt wurde, war Lilli gerade bei ihm eingezogen.

    Als er das Album bestellte zwei Monate zuvor, waren sie am Vorabend

    im Sportladen gewesen gemeinsam mit Wiebke und hatten die Anzüge gekauft.

    Zufall oder nicht Zufall , nahm auch der Schwarze Schmetterling hin und wieder Einfluss auf sein Leben. Mit Cathy war er auf einem kleinen Festival in Wuppertal gewesen. Cathy , immer wieder Cathy . Bei jeder Kleinigkeit dachte er an Cathy. Genervt und ausgerechnet beim Song der Untiefen auf dem neuen Album seines Lieblingskünstlers musste er sich am Riemen reißen, das es Zeit wurde, Endlich Abschied zu nehmen von Cathy.


    So wie ASP mit dem neuen Album back to the roots ging und das machte wofür er ihn so mochte und gerne hörte, sollte er sich ein

    Beispiel daran nehmen. Back to the roots , Alles auf Anfang. Mit Lilli stand er am Anfang. Am Anfang einer besonderen Liebesbeziehung. Mit einem durch ihn sehr verkrampften Start, geprägt durch seine Vorliebe zu dem glänzenden Stoff worin Lilli so überwätigend gut aussah.


    Martin hatte es auf die Webseite des Gothic Novell Rockers verschlagen, seine Gedanken dabei bei Lilli. Am nächsten Abend würde der Meister in der Nähe auf der Bühne stehen. Das hatte Martin gar nicht mitbekommen oder beachtet, das zum neuen Album auch eine Tour anstand.Sein Irrtum um zwei Monate gedanklich und bei der Schreiberrei mit Wiebke tat nun wieder sein Unwesen.


    Warum hatte er das so übersehen ? War es wegen dem Treffen ? Das nun wegen des Unwetters ausfallen würde ? Das Konzert war vom Sturm noch nicht betroffen und es war auch eher unwahrschlich.

    Lange war er nicht mehr beim Konzert gewesen. Wenige Karten gab es auch noch. Er dachte nicht nach , er tat es einfach . Sein alter Account war natürlich noch aktiv und so war es eine Sache von Minuten bis

    Die Email mit den Tickets eintraf.


    Hoffendlich würde es ihr gefallen. Hoffendlich würde sie ihn begleiten.Er wusste gar nicht welche Musik sie mochte. Nie hatten sie darüber gesprochen. Sie sprachen allgemein wenig miteinander. Das fiel ihm

    jetzt auf. Anfangs stand Lilli noch unter Schock und es hatte Tage gedauert bis sie wieder zu sprechen begann und sich erholte.Dann kamen sie sich näher und näher und Martin war immer wieder

    verkrampft und grummlig gelaunt.

    Hoffendlich konnte er das ändern.Hoffendlich konnte er ihr gefallen.

    Bislang lief es andersherum . Sie gefiel ihm und nicht anders herum.So dachte er. Die Wahrheit kannte er nicht.


    Zumindest bis vor ein paar Stunden. Der Moment als er durch die Türe trat , er ihre leuchten Augen sah, er vor ihr in Lycra stand. Diese Augen schliefen nun ruhig nebenan . Die Karten zum Konzert hatte er nun.

    Hoffendlich würde sie sich freuen. Geplant war für den nächsten Abend nichts. Wiebe war erst gerade da gewesen als Martin mit Carsten zum Konzert war.

    Zwei Tage hineinander zum Konzert, Für Martins Fitness eine Herausforderung. Gerade ASP Konzerte waren immer sehr Fitnesslastig.

    Bei fast jedem Lied waren die Arme hoben zum Klatschen oder hin und her wiegen. Mitsingen war Pflicht. ASP zelebrierte diese magische Verbindung in Perfektion. Wie würde sich Lilli darin einpfinden. Wie

    würde Lilli auf 1600 schwarz gekleidete Menschen reagieren ?


    Mit welchen Menschen hatte sich Lilli umgeben all die Jahre von ihrem Schulabgang bis zu dem Abend als Martin sie unter der Brücke weinend abwesend fand ?


    Die Uhr zeigte schon halb fünf, das neue Album war dreimal durch gelaufen und Martin hatte seine Favoriten bereits gefunden. Viel Zeit den Text noch auswenig zu lernen war nicht. Einen Kopf hatte er eigendlich nicht. Er dachte an Lilli, an diese Augen, die ihn am Nachmittag so funkelnd empfangen hatten.Diese Augen ließen ihn nicht los.


    Etwas angefressen war er am Fluß in den Body gestiegen auf Druck von Wiebke und sein Gefühl bei der Rückfahrt war durchwachsen bis nervös. Als er sie dann sah und ihre Augen war das alles vergessen.

    Dieses Gefühl wurde unterbrochen als er unter die Dusche ging um sich fertig zu machen, weil er mit Carsten los zog.Bei dem Gedanken blieb er hängen und fuhr den PC runter.Leise wie eine Katze schlich er durch die Wohnung. Sein Schlafanzug lag am Bett bereit. Aber reinschleichen und Lilli dabei wecken wollte er auch nicht. Ohne schlafen war doof.


    Wenn Sommer war ,tat er das manchmal ,wenn es zu warm in der Wohnung war aber nun war Winter! Leise tigerte er nachdenklich

    auf und ab. Diese Kleinigkeit Lilli nicht wecken zu wollen brachte ihn ein wenig aus dem Takt. Tage vorher hatte er auch lange Nachts am PC gesessen und Lilli wachte deswegen auf und holte ihn ins Bett.

    So weit sollte es nicht mehr kommen. Er wollte sie nicht wieder wach machen nur weil er den Bogen nicht bekam ins Bett zu kommen. Die Alternative hing vom Nachmittag noch im Bad. Dort wo er sie zurückgelassen hatte.

    Martin war teils immer noch in seinem Singletrott, das er tat wonach er ihm gerade war und ob eine Leggings und ein Body gerade über dem Heizkörper für ein paar Stunden hing oder nicht war ihm so egal.


    Zumindest daran das er nun eine WG hatte, daran hatte Martin sich schon dran gewöhnt und Lilli tolerierte auch einiges. Aber einiges wie das Toilettenpapier nur neben dran zu stellen , statt auf den Abroller zu hängen tolerierte sie nicht. Sie korrigierte das stets und das ein oder andere Wort kam ihr schon dabei über die Lippen.


    Von Wiebke wusste sie ja auch das Martin ein Gewohnheitstier war und manchmal geschoben werden musste. Das waren auch ihre eigene Erfahrungen. Seine Müdigkeit übernahm mehr und mehr die Regie, das er gar nicht mehr groß drüber nachdenken konnte ob es nun gut oder schlecht war. Er zog sich einfach leise im Bad um und krabbelte leise ins Bett.Seine Lieblingsschlafposition musste er sich halb erkämpfen weil Lilli quer im Bett mittlerweile lag, Die Augen fielen ihm direkt zu. Er vernahm zwar noch zwei Hände die ihn erkundeten aber als sich ein weiterer Lycra umhüllter Körper zufrieden an ihn anschmiegte , war er bereits eingeschlafen.


    Der nächste Morgen war nicht mehr weit, die Nacht kurz. Eigendlich hätte Martin um sieben Uhr auf der Arbeit sein sollen. Vorsichtig löste er sich aus der Umarmung von Lilli, die sich die ganze Nacht eng an ihn angekuschelt hatte. Zum ersten mal genoß er es beim aufwachen.den Wecker hätte er am liebsten erschlagen.So oder so. Erstens weil der Wecker sowieso nervt und die schlechteste Erfindung überhaupt ist und zweitens weil er Sorge hatte, Lilli würde wach werden und sie konnte noch länger liegen bleiben als er.Leise war er aus der Wohnung geschlichen, nicht mal Kaffee hatte er mit genommen wie er es sonst tat.


    Im Betrieb angekommen, musste er feststellen das sein Weg umsonst war an diesem Morgen.Vom betriebsinternen Server hatte in der Nacht das letzte Stündlein geschlagen und weder Netzteil noch Prozessor gaben ein Lebenszeichen von sich. Bis die IT´ler wach waren , würde es Mittag sein und ohne Server war es ihm weder Möglich zu Programmieren noch an einer Maschine Hand anzulegen. Der Notfallplan war, die Maschinen in die Serienfertigung umzustellen, wofür genügend Einrichter durch die Fehlplanung der Schichten anwesend waren. Martin war angestellt , um die Arbeitsvorbereitung zu lenken und die Maschinen zu programmieren. Ohne Netzwerk und die damit nötigen Zugriffe auf die Lizensen war er vor Ort aufgeschmissen.

    Die produktivste Möglichkeit war erneut das Homeoffice zu nutzen.Bezahlt bekam er es eh und zu Hause war mehr Ruhe , dachte er jedenfalls.


    Ein wenig nutzlos kam er sich vor als er nach Hause trottete. Wenigstens Brötchen mitnehmen, das wollte er. Frische Brötchen mit Fleischwurst und Kaffee. Frischen selbst gekochten Kaffee. Der Kaffee aus dem Automaten war wirklich nicht sein bester Freund. Mehr Wasser wie Kaffee, mehr Chemie wie Geschmack. Zudem Billiger.


    Und er würde Lilli den ganzen Tag wahrscheinlich umsich haben. Er dachte an letzte Nacht als er sie schlafend fand und ihr Body unter der Bettdecke hervor schaute, wie sie sich ankuschelte. Und er konnte sie mit den Karten überraschen. Sehr gespannt war er auf ihre Reaktion und wie sie die Musik finden würde. Was würde sie dazu sagen ? Zum ersten mal lag es Martin am Herzen ihr eine Freude zu machen seit …. . „Ach ja stimmt ja“ dachte er . Damit war nun Schluss. Sie war nicht mehr da.Sie war nicht mehr Teil seines Lebens .


    Lilli war die, nach dem er den Kopf verdrehte wenn sie vorbei ging, wenn sie in der Nähe war. Lilli war die, die letzte Nacht eng an eng bei ihm lag, ihm ihre Wärme und Zuneigung gab.Lilli war die, wo er nun gespannt war ob sie schon wach war als er die Türe zu Wohnung aufschloss.

    Er versuchte leise zu sein, weil er sich nicht sicher sein konnte ob sie schon wach war. Die Mühe machte er sich umsonst. Aus dem Computerraum kamen die bissigen Klänge vom neuen Album des Meisters.


    Etwas aus dem Augenwinkel von der Garderobe aus sah er ein Bein, eingefasst in smaragdgrünes Lycra, welches auf und abwippte. Er lugte vorsichtig um die Ecke. Lilli saß in seinem Stuhl mit dem Rücken zur Türe, die Beine auf dem Tisch im Stuhl weit zurückgelehnt. Zum ersten Mal hörte er leise ihr zartes Stimmchen wie sie zu den Klängen mitsang.


    Martin lächelte. Lilli schien es zu mögen. Was konnte es schöneres Geben ? Kaffee !!!! Er ging herüber in die Küche um welchen zu Kochen.

    Die Musik neben an verstummte und Lilli stand in der Türe. Wahrscheinlich hatte sie das Schepperrn der Kaffeemaschine vernommen und den Wasserhahn.


    Zu der smaragd grünen Leggings trug sie einen unifarbenen roten Gymnastikanzug und darüber das schwarze Metallica.Sie lehnte mit der Schulter im Türrahmen , die Füße über Kreuz. Ihre Haare hatte sie mit einem schwarzen breiten Haarband zum Pferdeschwanz weit oben am Hinterkopf gebunden. Sie sah so hinreißend aus, das Martin beinahe die Kaffeekanne voll Wasser fallen ließ.


    „Sag mal wieso hast du mir diese wundervolle Musik vorenthalten ? Hast du davon noch mehr ?Wer ist dieser Meister?“ fragte sie kess.Man musste sie einfach mögen.


    Martin hatte ausnahmsweise mal eine Sternminute und erwidertete passend „Davon kannst du dir heute Abend selbst ein Bild machen wenn du möchtest, er spielt heute Abend.“ Lilli lächelte , ihre Augen funkelten


    „Du hast eine Karten für uns ?“ flüsterte Lilly.


    Martin war schon wieder im Martin Modus und nickte nur still. Eigendlich wollte er nun durch ins Schlafzimmer sich umziehen. Der Kaffee lief schliesslich. Lilli versperrte ihm den Weg. Er Baute sich groß auf, streckte sich , nahm die Schultern zurück und sah hinab in die funkelden Augen von Lilli. Sie lächelte ihn an und Martin konnte seine ernste Miene keine Sekunde aufrecht halten. Auf Zehenspitzen stehend kam sie ihm näher, streckte ihre Hände zart zu seinen Händen aus, hielt sich an ihm fest, ehe sie sich unendliche Minuten lang küssten. Martin ging ein paar Schritt rückwärts bis er mit dem Rücken an der Wand lehnte.

    Lilli folgte ihm auf Schritt und Tritt , hielt sich immer noch an seinen Händen fest , ohne das sich ihre Lippen dabei trennten.



  • Endlich wieder Neues von Martin und Lilli. Sehr gefühlvoll, vor allem zum Ende hin.

    Ich hätte auch gerne so eine Lilli in der Nähe, wenngleich ich etwas irritiert wäre, wenn so ein süßes Lycrawesen Alexander Sprengs düstere Visionen für wundervolle Musik hält (natürlich Geschmachssache).

    Manchmal machen Nebensächlichkeiten das Salz in einer Geschichte aus. So kann ich nur zustimmen, dass Frauen nie verstehen werden, dass Männer keinen Toilettenpapier-Abroller brauchen.

    Bin gespannt wie die Beiden sich auf dem Konzert auspowern und wie die Musik sie näher zusammen bringt.

  • oh oh oh oh oh . Lass den Meister nicht diesen Namen hören. er hört ihn wirklich gar nicht gerne wenn man ihn so nennt. Nun jeder Wünscht sich einen Engel wie Lilli oder ein Seelenheil wie Wiebke.


    Ich kann verraten das es neue Entwicklungen im Hause Martin gibt. Möchte aber nicht die Bühne versauen für das nahende Ende eines Happyends des zweiten Chance.

  • Vielleicht sollt ich ihn dann nicht mehr beim Namen nennen, nicht dass mich noch wütende Fans verfolgen. :)

    Möglicherweise sollte ich mich auch bei Lilli entschuldigen oder zumindest meine Wortwahl relativieren. Es liegt mir fern ihren Musikgeschmack zu kritisieren. Vielleicht macht das den Engel ja noch anziehender? :saint:

  • Der Kaffee war fast fertig, nach Luft schnappend lösten sie die Lippen voneinander. Lilli blieb eng bei Martin stehen, eine Hand löste sie von ihm um ihn zu umarmen. Ihren Kopf drückte sie fest an seine Brust

    flüsterte leise „Endlich, hab so lange gehofft und gewartet“ . Martin vernahm diese zarten Worte und flüsterte Leise zurück „ich auch“.


    Das war das, was sich bereits seit Wochen angekündigt hatte. Wie eine kommende große Welle im Ozean bevor sie auf Land trifft. Der erste zufällige Kuss , der erste Vorbote. Nun wussten sie beide von ihrer Gegenseitiger Zuneigung. Große Felsmassen rollten von ihren Herzen hinab Hangabwärts in die Weite der Erleichterung. Lilli war schon immer ein Gefühlsmensch wie Martin auch. Nur nahm sie mehr das Zepter in die Hand, wo Martin noch lange mit sich ringen musste in welche Richtung er sich nun entscheiden wollte. Lange hatte er sich danach gesehnt wieder Nähe eines geliebten Menschen zu spüren , gemocht zu werden. Lange Zeit verbot ihm seine Angst dies auch gewehren zu lassen. Hin und Hergerissen wurde er zwischen der Macht der Angst zum Schutz und der Sehnsucht stärkenden warmen Zweisamkeit.

    Ihre Nähe zu spüren in der Nacht im Bett gab ihm viel Wärme. So dann war seine Führsorglichkeit geweckt durch Lillis Not. Ihr Reize weckten in Ängste und Wünsche gleichermaßen.In den letzten Tagen hatte er mit sich gerungen und gekämpft. Trotz aller dem Lilli mehrfach gezeigt, das er auch über seine Mauern springen konnte, wenn es ihr zur Freude war. Am Abend mit Wiebke nach dem Schwimmen war es noch durch

    Druck und Ausweglosigkeit, das Martin Lilli eine Freude machte und ebenfalls für den Abend Lycra anzog.


    Noch mit etwas Ängstlichkeit und Unsicherheit war er in seinem knappen Outfit heim gefahren. Spätestens als er Lillis Augen gesehen hatte, entbrannte in ihm ein Höllenfeuer aus einem Karussel des Gedankenwirrwarr.

    Zutiefst hatten ihn diese Augen durcheinander gebracht. Nie hatte er für möglich gehalten das er ihr eine Freunde damit machen konnte, wenn er Lycra für sie trug. Umgekehrt ahnte sie bereits lange wie sehr sie ihn aus dem Konzept brachte, wenn er sie in Lycra sah. Das erste mal im Ganzanzug war einer der Schlüsselpunkte. Sie wollte ihm gefallen, nachdem sie heimlich nachts bereits dieses Stück aus Neugier anprobiert hatte, unwissend welche Bedeutung dieser Anzug für ihn besaß.


    Letzte Nacht dachte Martin nicht das Lilli es regestrieren würde was er ,aus Sorge sie zu wecken, angezogen hatte. Seine Nachdenklichkeit und sein Bemühen das es Lilli gut ging hatten mit dem Abend Sturmfahrt aufgenommen.Glückseligkeit empfand er, eine gut gelaunte Lilli bei der Musik vorzufinden, die ihm so viel bedeutete. Martin war brennender mit vollem Herzen Fan des schwarzen Schmetterlings.

    Mit der Überraschung der Karten für das Konzert am Abend fand er das Ventil zur Entladung ,welches schon so lange unter Druck gestanden hatte ohne zu bersten.


    Lilli löste sich ein wenig von ihm, als er vorwärts weg von der Wand zur Kaffeemaschine strebte. Er hielt sie links im Arm, nahm nacheinander zwei große Kaffeebecher aus dem Schrank , stellte sie vor ihm auf die Arbeitsplatte und goß das schwarze heiße Lebenselixier ein. Ohne ging der Tag auf gar keinen Fall weiter.


    Er gab Lilli ihre Tasse in die Hand , sie griff mit der anderen Hand seine Hand und zu einem kurzen Kuss trafen sich ihre Lippen in der Mitte.Hand in Hand wechselten sie beide herüber in den Arbeitsraum. Martin wollte sich gerade setzen als sie kess bemerkte „ist dir das nicht zu warm in den Klamotten ?“ Lilli hatte gerade das Oberwasser einer frisch Verliebten, ihr würde in diesem Moment alles gelingen.

    Martin trug ja noch sein Graumann , eigendlich Blaumann aber in dieser Firma war die Arbeitskleidung grau und Schwarz. In der Werkstatt war es in der Jahreszeit am Morgen meist Frisch. Es brauchte bis Mittag oder gar frühen Nachmittag bis es mollig warm in der Halle war. Früher war noch mehr manuelle Arbeit nötig, weil die Maschinen nicht so weit automatisiert waren wie heut zu Tage. Da wurde es Martin schneller mal warm. Heute saß er am Terminal und programmierte teils stundenlang.

    Die wärmende Bewegung blieb aus.


    Jetzt würde er den ganzen Tag daheim programmieren können, wo es wesendlich angenehmer war als in der kalten Werkstatt. Warum auch in der Arbeitskleidung bleiben.Lilli hatte natürlich recht. Warum kompliziert wenn es auch gemütlich ging.


    Er sah zu ihr wieder rüber „und was soll ich anziehen ?“ Lilli lächelte

    verlegen. „vielleicht das ,was du neulich Abend anhattest.“ Martin stutzte.Daran hatte er nicht mehr gedacht. Lilli sprach von dem Abend als sie mit Wiebke heim kam nach dem Schwimmen. Beide kamen ein wenig aus der Not heraus in Lycra heim zum Pizza essen, die Martin für sie extra gemacht hatte.An diesen Moment würde er sich immer erinneren können, an diese Unsicherheit in dem Moment als beide

    ihn dazubringen mochten in seine alte Lycrakleidung zu steigen.


    Lilli musste seine Unsicherheit, seine Angst gespürrt haben und er spürrte ihre Wärme, ihre Liebe und ihre Zuneigung.Zudem gefiel Lilli Martin da schon sehr gut und ein klein wenig sah er auch keinen

    anderen Weg als nachzugeben. Nix desto trotz als sie schlafen gingen flüchtete er umgehend aus der weichen glatten glänzenden Kleidung.

    Lilli lies ihn gewähren, mit ein klein wenig Stolz das er sich erstmals

    überwunden hatte. Für sie überwunden hatte. Ihr siebter Sinn lies sie erahnen. Das er es ausschliesslich für sie getan hatte. .


    „Und wo wir schon dabei sind, was ziehe ich heute Abend an, was trägt man dort ?“ Lilli dachte damit ein wenig voraus. Zum ersten mal gingen

    sie miteinander aus. Zum ersten mal seit Lilli bei ihm wohnte unternahmen sie gemeinsam alleine etwas ausserhalb der Wohnung.

    Lange Zeit hatte es gebraucht bis Lilli sich gefangen hatte, nach dem schlimmen Schicksal das sie erlitten hatte. Und die Gelegenheiten etwas zu unternehmen waren auch nicht gegeben. Zumindest nicht gemeinsam. Und es würde wohl das erste mal sein, das sie als Paar auftraten.


    Ob sie nun schon ein Paar waren, wusste an diesem Morgen weder

    Lilli noch Martin. Wahrscheinlich aber Die Eindrücke waren viel zu frisch als das sie jetzt schon darüber nachdachten. Seit dem innigen Bekenntnis ihrer Gefühle auf körperliche Ebene war keine halbe Stunde

    vergangen. Es würde noch etwas brauchen bis sie nach diesen Flash

    wieder bei Verstand waren.


    „Hm viele Frauen tragen Rock Bluse und Korsett“ entgegnete Martin seiner Lilli. „Das hab ich aber nicht !“ Erwiderte Lilli ihm. Unbeeindruckt wechselte Martin in den Flur , griff sich den Haken für den Speicher und öffnete mit diesem die Luke zum finsteren Boden und entfaltete die Treppe.Dort oben war ein Koffer aufbewahrte, den er herunter trug.Nach dem er die Treppe zum Speicher wieder eingeklappt war schloss er die Luke wieder.


    Der große Aluminiumkoffer war mit einem sehr schweren Vorhängeschloss gesichert. Martin kam kurz an seinen Schreibtisch, grill in einer seiner Schubladen und holte ein Schlüsselbund hervor. Dies war die eine Sicherung, die den Koffer geschlossen hielt. Die zweite war eine sechstellige Buchstabenkombination. Mit flinken bewegte er die Rädchen an ihre Position. N-A-V-U-L-1 . Niemand kannte diese Kombination, niemand wusste auch nur im geringsten woher dieser Code kam und woraus er sich zusammensetzte. Ausser Martin natürlich.


    Jahrelang zockte er in seiner Freizeit online ein Spiel, das heute fast in Vergessenheit geraten war.Es entstammte dem BattleTech Universum. Dazu gab es 54 Taschenbücher über die sagenhaftePiloten mächtiger BattleTech Mechs . Schwere Roboter , gesteuert von ihren Piloten.Die futuristischen Ritter der Tafelrunde.Edle Herren, die mit ihrem Blut und Schweiß die Ehre und Macht ihrer Heimatvölker tapfer verteidigten. Er verbrachte viel Zeit mit den Trainings und den Fights.

    Er gehörte einer Gemeinschaft an, die in mehreren planetaren Ligen ihr Können unter Beweis stellte und für viele andere Teams ein gefürchteter Gegner darstellte. Wenn Martin Spätschicht hatte, war es ihm nicht möglich zu den normalen Uhrzeiten teilzunehmen.

    Meist kam er kurz vor oder nach Mitternacht heim, noch völlig hellwach. Zusammen mit seiner Teamkollegin Bianca , Rufname „Devil, einer absoluten Heißspornfighterin war er noch in einer Internationalen Mannschaft.

    Auch hier war er ein höchst erfolgreicher Piloten. Aber er konnte nicht unter seinem deutschen Namen Teilnehmen. Zudem brauchte er einen Namen den die amerikanischen, australischen und neuseeländischen

    Kollegen aussprechen konnten. Sie rätselten eine Weile herum, Bianca und er bis ein Name stand, den auch der stets betrunkene australische Kollege über die Lippen brachte. Navul Danak. Selbst Nailor Grey , ein Ur New Yorker brachte diesen Namen anstrengungsfrei über die Lippen, während bei Texaner ReDbelly der Pegel entschied wie gut dieser Name zu verstehen war.


    Es kam der Zeitpunkt, an dem Martin die Lust verlor, an dem er merkte das er mehr Zeit für sich wollte und weniger seine Zeit am Computer verbringen mochte. Der Abschied vom Team und seinen jahrelangen

    Weggefährten war sehr tränenreich und traurig. Er brauchte ein paar Monate um sich daran zu gewöhnen.

    Als Cathy ihn verließ, wollte er sicher gehen, das er so schnell nicht wieder an diese im Koffer befindlichen Sachen heran gehen würde.

    So nahm das dicke Schloss und wählte für Kombination einen Namen, mit dem er viel Freude aber auch einen tränenreichen Abschied verband. Einen der im zeitgleich Respekt abverlangte die Distanz zu wahren.

    Im Koffer hob er die beiden Korsetts von Cathy sowie ihre Kleidung auf wenn sie Feiern gingen. Meistens war dies seineStammdisco. Ob sie Lilli auch passen würde , würde sich nun zeigen.

    Ein Korsett war weniger anschmiegsam wie Lycra. Der Körper formte das es zu seinen Idealen und das Korsett formte den Körper.


    Lilli war neben ihn ins Schlafzimmer gekommen, schmiegte sich an ihn und besah die Klamotten.Ihre wollige wärme defundierte durch die Schichten Lycra die sie beide trugen. Für sie war dies Neuland, das Korsett nahm sie heraus, begutachtete es und hielt es zur Probe an die Hüfte an. Bei dem kurzen Rock und der Bluse machte sie sich keine Gedanken. So wie bislang Cathys Lycra Klamotten passten, sollte dies auch keine Hürde darstellen.


    Nebendran, neben den Schwarzen Klamotten enddeckte Lilli ganz viel Stoff aus Lycra. Sie griff hinein und hob das oberste in einem nachblauen Ton hoch.Für sie war das viel zu groß und lang und die Form war seltsam. Ein Reisverschluss am unteren Ende , aber nur eine Öffnung. Öh okay sie hielt es falsch herum und jetzt machte der Reissverschluss auch Sinn. Er saß im Nackenbereich beginnend an einem hochen Stehkragen, der bestimmt um die 4cm hoch sein musste.

    Zwei kurze Arme rechts und links. Das Stück Stoff war ein Body. Ein sehr großer Body, zu dem mit einem hinten weiten hohen String.

    Lilli hielt sich den Body vor die Brust aber er war ihr deutlich zu groß.


    „Ist das dein Body Hase ?“ Martin schüttelte den Kopf. „ich sollte ihn bekommen aber ich hab mich geweigert!“ . Na immerhin sprach Martin es selbst aus, Wiebke brauchte sie vielleicht nicht zu Rate zu ziehen.

    „Sie hat eine ganze Reihe Mist für mich gekauft wie diese Partnerbodys und ich wollte es nicht anziehen und deswegen ist es im Koffer drin.“

    „Partnerbodys ? Es gibt also zwei davon ?“ in Lillis Hirn ratterte es los.


    So war das also Cathy hatte Martin eine Reihe Geschenke gemacht, die er strikt ablehnte, weil er nicht bereit dazu war, sie zu tragen. Lilli lies nicht locker „Dann kannst du ihn doch tragen!“ „Nein“ kam es von Martin postwendent kurz und knapp zurück. „Warum nicht ?!“ Hakte Lilli nach. „Der hat einen String!“ . Lilli war erst etwas perplex, fing sich aber schnell wieder. „Aber du hast doch gestern und heute den anderen schönen auch angehabt mit String!“ Lilli hatte also doch bemerkt das Martin in der Leggings und dem Stringbody ins Bett gekommen war und darin übernachtet hatte. Sie musste also doch wach geworden sein.


    Martin seufzte etwas wehleidig. „Das ist etwas anderes !“

    „Und wo ist der Unterschied“ mochte Lilli wissen.

    Martin rang mit sich und suchte nach Fassung aber entschloss sich dann gerade zu mit der Tür is Haus zu fallen. Was hatte er schon nach diesem Langen Kuss zuvor zu verlieren.“Ich äh ehm ...Das hab ich für dich gemacht!“

    Lilli wurde etwas rot im Gesicht und verlegen „Für mich ?Extra für mich ?“ Nun war auch Martin ziehmlich verlegen. Ein wenig fühlte er sich ertappt, wurde spürbar rot im Gesicht und wusste kein Weg aus dieser Situation. Immer noch standen sie eng angeschmiegt vor dem Bett bis Lilli schlauerweise Martin eine Brücke baute. Sie spürte das er gerade innerlich sehr mit sich rang und es nicht schaffte aus sich heraus zu kommen und das Wort in den Mund zu nehmen.

    „Hast du es gemacht weil du in mich verliebt bist?“ .Martin holte tief Luft und antwortete mit einem langen tiefen „Jaaaaaa“ . Auch Lilli atmete jetzt sehr erleichtet auf und schob nach „Ich bin auch in dich verknallt“. Sie sahen sich tief in die Augen und gaben sich einen langen erneuten Kuss wie kurz zu vor in der Küche.


    Nun war es raus. Diese wochenlange um einander drum herum geeiere. Diese Ungewissheit wie es dem anderen gehen würde. Die eigene Verlegenheit immer vor Auge. Wie eine unüberwindbare Mauer. Ein Käfig aus dem Martin nicht ausbrechen konnte und Lilli nicht hinein kam. Auch wenn Wiebke die Mauern mürbe gemacht hatte, war es jetzt Aus der Situation heraus entstanden das sie ihre Gefühle einander eingestanden hatte. Auch kein Zeitpunkt zu früh. Martin kullerten ein paar Tränchen die Wange hinab. Ihn hatte seine eigene innere Zerissenheit auf eine harte Probe gestellt.


    Nach Cathy war er so verletzt und mit allem bereit dies nie nie wieder geschehen lassen zu wollen. Bis Lilli in sein Leben trat und den Gegenpol bildete.

  • Rim is back!

    Nicht nur in gewohnter Form, sondern besser denn je. Irgendwann muss ich doch mal beginnen einen Hut zu tragen, nur um ihn in solchen Situationen ziehen zu können.


    Mann, da hast du mal wieder einen rausgehauen. Gefühl pur. Realitätsnah und plausibel.

    Die schon seit vielen Kapiteln währende Annäherung von Lilli und Martin mit all den Stolpersteinen war schon immer eine Freude. Doch das hier ist das fehlende i-Tüpfelchen.


    "Große Felsmassen rollten von ihren Herzen hinab Hangabwärts in die Weite der Erleichterung." - Was für ein Satz! Und es ist nur einer von vielen gleichsam gewaltigen. Da hast du ´ne Weile dran geschraubt und der Erfolg gibt dir Recht. Großes Kopfkino.


    Aber auch die Erinnerungen, die der Koffer auslöst, oder die Auswahl der Kleidung. Das alles ist gut beobachtet und präzise formuliert.

    Gerade die Beschreibung des gegenseitigen Einflusses von Korsett und Trägerin gefällt mir gut. (Die Mädels in der "schwarzen Szene" sehen aber auch immer verboten gut aus durch ihre Korsettierung)


    Es gibt nur einen Daumen, den ich "nach oben" drücken kann, aber den hast du dir verdient.

  • Beim Lesen der herzerwärmenden Geschichte ist aus dem Novemberregen Novemberschnee geworden...vor dem Fenster flöckelt es.

    Zweite Chance fesselt euch?

    Weiss ich noch nicht - das wird meine letzte Leseetappe.

    die Zugfahrt gefällt euch?

    Wehe, jemand sagt etwas anderes - für den gibts eine Gratisladung Abgase aus manipulierten Dieselmotoren zu inhalieren

    Von der Turnfee Nereida braucht ihr eure wöchentliche Dosis?

    Wie schlimm kann kalter Entzug sein? bibber...

    Nun was macht ihr wenn ich ein neues Kapitel von Martin und Lilli online stelle?

    Rim, wir sind Raubtiere - draufstürzen und verschlingen natürlich!

    Viel Spass beim Lesen ihr Verückte Bande.

    Haben wir!

    Du beschreibst das Innenleben von Menschen sehr detailliert. An das Kapitel am Fluss habe ich jedoch schwer den Wunsch, dass der Anteil an Autobiografie nicht sehr hoch ist.

  • Sie lösten sich von einander, denn Lilli wollte für den Abend einmal ihr Outfit probetragen und auch Martin machte sich daran sich seine Kleidung für den Abend zurecht zu legen. Das war schnell getan, den

    es würde eine luftige Hose und ein T Shirt reichen. Ob er sein eigenes Korsett anziehen wollen würde , wollte er am Abend entscheiden. Sicher war es schlauer um auf dem harten Betonboden seinen Rücken zu schonen. Allerdings entschied er dies auch tagesform abhängig und es würde auch so schon ohne, mehr als warm genug werden. Aus der Vergangenheit war ihm bekannt, das es in der Halle eher zu warm als zu kalt war.


    Lilli war im Bad verschwunden um sich ein wenig frisch zu machen nach dem Liebesbekenntnis zueinander. Als sie wieder kam, hatte Martin das Korsett für sie bereits in der Hand. Der schwarze Tüllrock mit der Bluse stand ihr fantastisch.Die grüne Leggings war der krasse Kontrast zu dem matten schwarz. So gekleidet könnte sie als Cyber Goth durchgehen.Aber sie würde auch aus der Menge herausstechen und es würde dem Meister direkt von der Bühne aus ins Auge springen.Martin musste sich kurz zurück erinneren wie das Korsett schnürrt wurde, dann aber war ihm wieder klar wie es ging und probeweise zog er es vorsichtig zu.Sein eigenes Korsett besaß 2 Ösen in der Mitte mehr, dort wo auch das Korsett geschnürrt wurde.Das Korsett was Lilli nun tragen würde war wesendlich einfacher gehalten, die Schnürrung endete dabei am unteren Ende.Für solch günstiges Korsett war dies die Regel, bei Maßkorsetts wie Martin seines wurde es auf die korrekte Weise in der Mitte geschnürrt. Es erweckte den Eindruck, das Lilli das Korsett am Abend für das Konzert tragen konnte.

    Bei der Schnürung brauchten sie es nicht zu übertreiben. Da es für Lilli neu war und nur Martin wusste wie es sich anfühlt, würde es reichen wenn es optisch gut aussah, aber für Lilli nicht zu eng gebunden werden würde.Strahlend betrachtete Lilli ihre veränderte Figur vor dem

    Spiegel.Obwohl sie nie zuvor damit etwas zu tun hatte, fühlte sie sich auf Anhieb wohl.Die Freude auf den gemeinsamen Abend und darüber das Martin einen riesigen Schritt auf sie zugegangen war und ihr einen tiefen Einblick in seine Seele gegeben. Beim Betrachten ihres Spiegelbildes fiel sie kurz in eine Sprachlosigkeit ,denn schon jetzt gab es ihr eine hinreißende Figur. Mit dem Blickkontakt über den Spiegel zu ihrem Herzblatt sah sie ein sehr erfreutes Gesicht.


    Martin endschwand im Badezimmer, nachdem für den ersten gemeinsamen Abend alles vorbereitet war. Er war so erleichtert das Lilli nun wusste was er für empfand und sein Herz hüpfte vor Freude das sie auch in in verliebt war. Er Trat wieder aus dem Bad heraus und sah den Body auf dem Koffer liegen. Jetzt war er auch froh das er die Kleidung nicht entsorgt hatte und sie nun der Schlüssel zum Geständnis war. Das gab dem glänzenden Stoff ein viel besseres Charma als bisher. Er war in Begriff sich umzuziehen als sein Blick ein weiteres mal auf den Body fiel. Dabei wollte er sich gar nicht erinneren, welchen heftigen Streit er dabei ausgefochten hatte, dessen Grund dieses Stück Stoff gewesen wär.


    Er fragte sich, wie es möglich war, das sie allem was ihn ängstigte so viele liebevolle Wärme und Zuneigung gab und sich alles in ihm entspannte. Ja Lilli schaffte es durch ihr Wesen alleine Martin zu entspannen. Aus dem Koffer nahm er den grauen Ganzanzug mit Fuß und Schrittreissverschluss, der ursprünglich mit zu dem Body gehörte. Für Martin war es all die Jahre gar kein Problem einen Ganzanzug aus Lycra zu tragen.das tat er beim Tauchen auch. Das war für ihn ganz normal und viele andere Taucher taten dies auch.


    So wars auch beim Anziehen kein Problem das er den Reissverschluss im Nacken selbst schliessen konnte. Er kam sich auch ein wenig komisch vor. Erneut zog er verliebt Lycra an, wogegen er sich immer

    gestreubt hatte. Aber mit Lilli ? Mit Lilli war es anders ! Schon beim anziehen des Bodys hatte er ein anderes Bauchgefühl als zuvor. Er hatte genug nachgedacht und ihm war nach Nähe zu Lilli, die bereits

    neben an am Computer saß. Als er um die Ecke kam stand sie direkt vor ihm. Drehte sich einmal um ihre eigene Achse und sah ihm direkt in die Auge.Klamm heimlich war sie in das zweite Ensemble gestiegen während er sich in Ruhe umgezogen hatte. Witziger Weise entstammte die ursprüngliche Idee damals von Martin selbst , einen Partnerlook zu finden, wenn er seine Ex zu hoch zu Pferd durch die Felder begleitete als Zeichen ihrer Zugehörigkeit. Was Cathy daraus machte versetzte sie in böse Streitigkeiten. Nicht im geringsten hatte er damit nun gerechnet nach all der Zeit, das dieser Wunsch mit jemand anders aufging. Vieles hatte er sich gewünscht, vieles hatte er sich vorgestellt. Nicht jedoch mit Lilli nun im Partnerlook gegenüber zu stehen.


    Martin war sichtlich aus dem Takt ähnlich als sie im Laden standen und Lilli diesen Traum von Body trug. Das war Lilli. Sie überraschte ihn immer wieder aufs neue und hatte Freude daran.Mit aller Macht versuchte Martin versuchte sich und die Auswüchse zusammen zu reißen und ließ sich in seinen Chefsessel.

    Lilli suchte seine direkte Nähe und kam auf seinen Schoß. Er spürte durch die vier Lagen Lycra ihr Herz pochen und ihre Wärme. Nicht gerade hilfreich in diesem Moment wo er die Beherschung suchte wie Zeitgleich die Tuchfühlung mit ihr. Großes Glück empfand darin nun mit einem zauberhaften Engel das Leben teilen zu können.

    Für ihn gab es kein Vertun mehr daran.Leise lies er sein Herz flüsternd sprechen.

    „Willst du mit mir gehen Lilli ?“ „ Natürlich !!!!! Dich lass ich nicht mehr los !“

    Sie blieben eine Weile angekuschelt im Sessel liegen.Lilli hatte Martins Schulter als Kopfkissen gewählt und er hatte seinen Kopf an ihren gelehnt.Vom Glück überflutet öffnete er das Forum. Links oben blinkte die Anzeige mit der Verkündung zwei neuer Nachrichten. Martin klickte hinein. Im Posteingang als oberstes war eine Nachricht von jemaden auf den er gerade gar keine Lust hatte.


    „Hi. Da das Treffen ja ausfällt, kannst du ja zu mir kommen und wir können ja Fotoshooting machen. Ich hab schon alles aufgebaut. Habe gedacht wir beginnen schon heute Abend. Sei bitte um halb acht da!

    Axel“


    Na der Spinner hatte Nerven! „Wer ist dieser Axel ?“ fragte Lilli leise.Sie brauchte auch gar nicht laut reden, Martins Kopf lag direkt neben ihr. Martin hatte ihr und Wiebke bislang verschwiegen das Alex bereits schon einmal geschrieben hatte und ein brennendes Interesse an Lycra besaß. Schon fast krankhaft.

    Auf die letzte Nachricht hatte er bereits nichtssagend geantwortet, weil sein Gefühl ihm signalisierte, das dies kein gutes Omen bedeuten würde, würde er sich näher mit Axel wieder befassen.Dies Gefühl kehrte nun wieder zurück.Was konnte er nun einem Menschen antworten, der alles daran setzte, von anderen Besitz zu ergreifen in einem narzistisch geprägten Wortlaut vor dem Hintergrund eines erfolgreichen selbstherbei geführten feuchtem Erfolges.Jemanden der nix anderes kannte als die Verfolgung seines Fetisches durch brechen jedes Anstandes und Regeln der Gesellschaft.


    Martin erschauderte bei dem Gedanken mit welch Hintergrund Axel ihm schrieb.Bei der Vorstellung als pornoristisches Lustobjekt angesehen zu werden, bildete sich eine Gänsehaut, zog sich vom Nacken bis in die Fingerspitzen und bis hinunter in die Waden.Seine Muskulatur spannte sich schlagartig an und Lilli vernahm auf ihm liegend wie er sich innerlich schüttelte.

    Nie zuvor hatte sie das bei jemanden vernommen und reflexartig hob und drehte sie ihren Kopf um in seine Augen schauen zu können. Sie hatte einen sechsten Sinn entwickelt, gecoacht von Wiebke, wann Martin in die Bedroulie kam, ein Unwohlsein zu entwicklen zu wollen. Das erste mal spürte sie es am Abend nach dem Schwimmen, das Martin mit sich Rang welchen Weg er nun gehen wollte.Sie erkannte es

    an seinem abwesenden leicht glasigen Blick, der etwas weit weg anzustarren schien.

    Tatsache erkannte sie diesen Blick auch jetzt wieder.Sein Blick ging starr über den Monitor hinweg auf die weiße Wand zu. Als wollte er durch sie hindurch Bohren.Lilli strich ihm zart mit dem Rücken ihrer Finger über die Wange und als Martin sie fokussieren wollte, legte sie ihren Zeigefinger auf die Lippen und lies ein leisen „pssssssst“ verlauten. Etwas überrascht hielt er kurz die Anspannung um dann in einem tiefen Seufzer seine Luft wieder aus der Lunge fahren zu lassen.

    Wohl wissend das er eine erneute Anfrage provozierte tippe er ein schnelles „Nee Weiß nicht“ in die Antwort box hinein und betätigte mit der Enter Taste den Sendenvorgang der Nachricht.


    Lilli deutete zwar die Antwort durchaus als nicht ganz ehrlich und überzeugend, allerdings wahrte sie die Ruhe mit dem Gedanken, das diese zwei Worte Martins sein Unbehagen signalisieren würden. Ob Alex

    einen Deut darauf geben würde, schien ihr nicht so plausibel.


    Die eine Nachricht abgearbeitet, die Untiefen heil umschifft, widmete Martin sich der nächsten Nachricht. Mit Blick auf den Absender verließ ihn schon die Lust den Inhalt zu öffnen und zu lesen. Aber wollte er sie als gelesen markieren, blieb ihm keine andere Wahl als diese auch zu öffnen. Ungelesene Nachrichten blieben hier in dem Forum als ungelesen. Lilli legte ihren Arm auf Martin seinen und schob seine Hand und den Mauszeiger damit auf die Zeile. Sie war neugierig geworden auf den Inhalt nachdem sie den Namen gelesen hatte, von dem sie bereits ausführlich gehört hatte.


    „Hallo du Hübscher. Ich hatte gehofft wir würden uns auf dem Treffen morgen sehen und ich hab mir so oft überlegt was ich dir sagen würde, wenn wir uns wieder in die Augen sehen können. Meine Reaktion auf deine Abfuhr nicht meine beste Heldentat, dich auch noch so mies zu beschimpfen und dich dann mit der Rechnung im Restaurant stehen zu lassen, dafür schäme ich mich zutiefst. Ich kam nicht damit zurecht als ich mich so sehr in dich verliebt hatte, das du uns keine Chance geben konntest.

    Mein Verhalten ist durch nix zu entschuldigen, aber du sagtest mir ein mal ein jeder hat eine zweite Chance verdient.Vielleicht kam ich zu früh in dein Leben und hatte nicht den besten Einstand darin.

    Ich hoffe ich darf noch einmal bei dir anklopfen um Einlass zu bekommen ?


    HG Cassandra“



    Lilli zog in bester Marnier eines bekannten SciFi Schauspielers ihre Augenbrau hoch. Was sie hier live laß, war die erneute Anmache einer Dame, die nix unversucht zu lassen zu schien, Martin doch noch zu erobern. Vielleicht war sie zu der Meinung gelangt, das er sich schwer einsam fühlen musste, konstruiert aus seiner aktuellen doch eher traurigen Fortsetzung seiner Geschichte im Forum. Oder sie hatte kühl kalkuliert ihn beim Treffen zu sehen um ihn mit ihren weiblichen Reizen in ihre Fänge zu bekommen. Lilli wusste sehr genau, wozu Frauen in Stande waren, alles in Bewegung zu setzen um ihren Willen zu bekommen. Fortgleich schien dies aber auch auf Axel zuzutreffen.Nur tat dieser es schon fast mit krimineller Energie in sehr stümperhaften Weise. Cassandra hatte all ihren Charme mit einer Prise Reue in die Waagschale dieser Nachricht geworfen. Kluges Kind mochte man meinen. Nicht klug genug, denn die aktuellen Entwicklungen konnte sie nicht mal erahnen, schon gar nicht riechen.


    Martin war schier unbeeindruckt von dem Charme einer Cassandra. Einer Möchtegern Selbstdarstellkönigin die ihm niemals das signalisieren wollte oder konnte, was er vermisste. Ein Nest einer Heimat für seine Seele. Die Liebe und Geborgenheit der inneren Ruhe gepaart mit Fürsorge des Rückhaltes. All dies verkörpterte

    diese zarte kesse Versuchung eingepackt in den hinreißenden Glanz auf seinem Schoß, mit dem Köpfchen angelehnt tiefenentspannt an seine Schulter.


    Mit schnellen Klicken verliess er seine Nachrichten Box und war im Nu in seinen Profil Einstellungen angelagt.Mit einem Rutsch war er auf dem Unteren Part zu den Angaben über ihn angelangt, ein kurzer Klick, ein kurzer Scroll mit dem Radrad, ein weiter Klick , ein weiteres Herabscrollen und Martin schloss den Speichervorgang ab. So schnell war Lilli mit ihren Augen nich. Selbstbewusst umfasste sie mit ihrer kleinen Hand, die Hand von Martin auf der Maus und betätigte die Zurück Taste an der Seite der 5 Tasten Maus. Akribisch untersuchte Sie

    das Profil von Martin im Forum bis ihr die Änderung ins Auge fiel. Nun war dieses Feld, wo bislang „Keine Angabe“ stand gefüllt mit der Anwort

    „Glücklich vergeben“. Natürlich strahlte seine Freundin über Beide Ohren darüber das es nun auch ausserhalb die Meldung verkündete das einer der gefragtesten Teilnehmer des Forum nun in festen Händen war.

    Ein Signal mit hoffendlich beruhigender Wirkung in richtung der fischenden selbstverliebten Egozentriger Cassandra und Axel.

    Vielleicht würde dies ihre gierigen Tantakel von Martin zumindest eine Zeit lang fernhalten.Ein hohes Maß an Unbehagen über diese Art des Nahekommens verleitete Ihn dazu auf Abstand zu bleiben.Auch Lilli

    war bewusst das sie sich nicht sorgen zu brauchte, das er auf diese Art eingehen würde. Er hatte alle Zeit der Welt dazu gehabt seit der Trennung seiner Ex Freundin und der noch jungen frischen Liebe

    zu Lilli.Genutzt oder darüber nachgedacht hatte er es nicht. Das wusste sie von Wiebke. Martins Herz gehörte schon länger als seit diesem Morgen seiner neuen Liebe. Er hatte es erst nicht bemerkt und dann stets auch vor sich selbst abgestritten. Nun waren sie ein frisch verliebtes Paar welches sich gefunden hatte und ihre Liebe offenbart hatten zueinander.

  • Lieber Rim,

    du hast eine unglaublich schöne Folge von Novemberrain verfasst. Herzlicher kann man es glaube ich nicht mit Worten ausdrücken. Man sieht Martin und Lilli ihr Glück direkt an.

    Ich wünsche den beiden, dass der junge Spross ihrer Liebe von Störenfrieden verschont bleibt. Martin scheint stark genug zu sein. Lilli sowieso.

    Daumen hoch!

  • Davon abgesehen dass einige der Absätze, wie der Autor es oft formuliert, "aus der Hüfte geschossen" anmuten und eine weitere Durchsicht erfordert hätten (das ist aber auch ein elender Klugscheißer, dieser lycwolf), Ist das junge Glück sehr einfühlsam und dabei trotzdem sehr realistisch beschrieben. Genauso auch die Nachricht von Cassandra. Wie im wirklichen Leben: Wenn es regnet, gießt es!

    Hoffentlich stört sie die Beiden nicht zu sehr und sieht ein, dass sie verloren hat.

    Daumen hoch!

  • Über drei Stunden waren seit dem wiederheimkommen von Martin und jetzt vergangen. Lilli hörte seinen Magen knurren und auch ihrer signalisierte Leerlauf. Ihren Griesgram unterm Kind kraulend, erhob sich aus ihrer bequemen Lage, drehte sich zu ihm um ihn zu küssen bevor sie in die Küche schritt um ihnen beiden das überfällige Frühstück zu bereiten. Der restliche Kaffee in der Kanne war bereits erkaltet, aber schnell war neuer Kaffee aufgesetzt.


    Martin sah seiner frischen Liebe hinter her, wie ihr Gesäß hin und her ging, geteilt durch den String ihres Bodys. Er hatte schon vergessen das er partnergleich das selbe trug und bemerkte es erst , als er sich die leicht verschwitzen Finger von der Maus am Hosenbein abwischen wollte.


    Kein produktiven Schlag hatte er heute für die Arbeit getan und es wurde Zeit das Ergebnisse auf den Tisch kamen. Nur seine Aufmerksamkeit war heute wirklich nicht mehr die beste. Ein Grund war natürlich der Aufstieg auf Wolke sieben zu Lilli , natürlich aber auch das gemeinsame Lycraoutfits, Aber auch verfolgte er das Geschehen in der Gruppe seiner Lieblingsband im blauen Gesichsbuch. Dort zählten alle die Stunden bis sich die Tore öffnen würden und sie gemeinsam die magische Verbindung der Zusammenkunft feiern würden.


    Die Wartezeit auf das Ereignis des Abends verging quälend langsam. Sich zu konzentrieren fiel Lilli genauso schwer wie Martin. Nicht nur das erste mal gemeinsam etwas zu unternehmen, sondern auch gemeinsam als frisch verliebtes wenige Stunden altes Paar aufzutreten vernebelte Ihnen Ihre Sinne mit einem wohligen Grinsen im Gesicht.

    Martin tat sich zusätzlich schwer daran, das sowohl Axel als auch Cassandra erneut um ihn buhlten. Schlechter konnte das Timing und der Anlass nicht gewählt sein.Flagge zu bekennen in dieser Situation fiel ihm schwer. Zwar würde der veränderte Beziehungsstatus im Forum früher oder später auffallen. Die Gewissheit darüber, ob es auch ernst genommen als auch respektiert werden gab es nicht.

    Beim letzten Mal, als Cassandra um ihn herum tanzte verharrte er in einer schweigenden Starre. Anfangs sagte ihm Wiebke zwar, dass er es ruhig probieren könne. Beim Bemerken, das sein Seelenheil sich deutlich verschlechterte, zog sie Konsequenzen und sorgte für Ruhe aus Richtung Cassandra.

    Wohl kaum war es nun zu erwarten das ein einfaches "tut mir leid" an Cassandra für Abhilfe sorgen würde. Und Axel? Wahrscheinlich würde seine Antwort enthalten das Lilli willkommen sei. Ganz sicher wäre eine Portion Eifersucht im Spiel. Eifersucht auf die Frau,die ihn auf Wolke 7 schwebend erdete.

    Er schob diese Gedanken bei Seite, als das Programm seine Berechnungen abgeschlossen hatte. Der süße Geruch des nahenden Feierabend verstärkte sich zunehmend und nach einem kurzen Telefonat mit seinem Kollegen auf der Arbeit, wusste er was ihn nach dem Wochenende erwarten würde. Solche Ausfall Tage durch die hoch gezüchtete Technik kamen hin und wieder vor. Das galt es zu akzeptieren. Martin war Profi genug,lange in der Branche, als das es ihn aus der Ruhe bringen würde. Nur war sein produktiver Sinn heute nicht erfüllt. Das Gefühl heute nicht genug getan zu haben schmeckte widerlich.

    Während Lilli war noch in ihre Arbeit vertieft neben ihm werkelte.versank er schnell mit den Gedanken wieder bei der Nachricht von Axel. Entschlossen ihm zu antworten öffnete er erneut das Forum. Ein einfaches "weiß nicht " warf er dem selbst herrlichen egoistischen Lycra Träger zum Fraß vor. Cassandra sende er im selben Zug die identische Antwort zu. Gelogen war nichts. Er wusste keine Antwort darauf, was beide von ihm verlangten. Ob es die Situation ändern würde, sein Herzblatt zu erwähnen , bot ihm auch nicht eine sicherere Perspektive.


    Mit Blick auf den geöffneten Routenplaner schlug der Zeitpunkt nahe die Kleidung zu wechseln um sich endlich auf den Weg zu machen.Auf ihrer Tour erwartete sie immer mehr Stau.Die Straßen wurden voller und voller. Er fuhr den Rechner herunter und als dieser vom Stromnetz genommen war, war es nur noch halb so laut im Raum und Lilli sah ebenfalls auf die Uhr. Nun war es also soweit.

    Mit etwas Aufregung begann das Anziehen. Martin war bereits fertig mit dem schnüren seines Korsetts, worüber er das Tour Shirt nur noch werfen zu brauchte, als Lilli noch ohne Korsett aus dem Badezimmer herüber kam.Ihre Augen waren tief grau-schwarz geschminkt, Ihre Fingernägel feuerrot lackiert,Grüner Lippenstift rundete ihr Makeup ab. Passend zum Tüllrock hatte sie eine schwarze matte Leggings gewählt.Lilli typisch griff sie natürlich nicht zur Strumpfhose.Eine Gothicqueen nahezu fertig bereit zum Ausgehen. Fast quällend anders als sonst, war es nicht sie , die im Mittelpunkt stand. Weiche Knie spürend blieb sie unmittelbar stehen als sie ihren grummeligen Gentleman sah. So kannte sie ihn noch gar, so extra heraus geputzt. Die Augen mit Kajal schwarz umrandet, ein Leder Niedenband um das rechte Handgelenk gelegt. Die mit kleinen D-Ringen und silberen Ketten versehene Bondage Cargo hose, darüber das Korsett über das er gerade das Shirt zog.


    In puren reinen Glück schwimmend ,mit einem diebischen Grinsen, den Augenkontakt suchend, kam sie auf ihn zu. Sie hielt seine Hände fest um ihn davon abzuhalten das Shirt zurecht zu ziehen, führte seine Arme zur Seite und zog ihm das Shirt wieder über den Kopf nicht den Augenkontakt verlierend. Wäre der Zeitpunkt des Aufbruches nicht so nah, würde Martin jede Chance auf ein ruhigen Abend verloren haben. Das Feuer der Liebe brannte lichterloh in ihr, freutig wie ein kleines Kind auf das Eis , energiegeladen und scharf wie ein Vamp auf die Chippendales ,spürrte sie die Wärme in ihr.


    Der kleine Moment, in dem sie ihn so geschnürrt sah, verflog für sie viel zu schnell, als das sie ihn in Ruhe bemustern konnte.

    Sie ging zwei drei Schritte rückwärts um ihn umrundend zu begutachten. Ungewohnt war ihr Blick auf Martin, er fühlte sich wie eine Littfasssäule als sie um ihn herum ging. Unwissend vom schwarzen Bondagerock mit den schweren Ketten im Rücken ,war dies zusammen mit der Hose, die nicht die optimalste Kombination für Lilli, für den Abend auf dem harten Betonboden jedoch das profilaktisch beste um Martins Rücken zu schonen. Sie befühlte seine Taile die ungewohnt straf gezogen war. Leugnen konnte sie nicht das sie ihren Liebsten attraktiv fand und am liebsten gleich die Kissenlandschaft hinein bugsiert hätte.


    Mehr Zeit als diese wenigen Minuten hatte sie nicht, um zu bestaunen wie er sich für sie herausgeputzt und selbst schnüren konnte. Eine hohe Kunst, die sie noch nicht besaß. So war sie auf ihn angewiesen, als die Schließleiste geschlossen war.

    Stück um Stück legte sich der straffe Stoff mehr und mehr um ihre Taile. Am Mittag ließen sie die Schnürung noch lose, nun aber spürte sie die Enge und die korrigierende luftraubende Haltung, die die Metallstäbe erzeugten .

    Martin hatte sie genau im Auge, beobachtete wie ihre Atmung sich veränderte und Lilli immer aufrechter stand. Nicht entgangen war ihm dabei wie ihre Berge hervor standen und die Sanduhrform Gestalt angenommen hat. Gute zehn Minuten hatte er auch bei ihr gebraucht bis er die Enden der Schnüre zur Schleife band.

    Das T-Shirt hatte er bereits wieder in der Hand zum anziehen als Lilli ihn daran hindern wollte. Aber vergeblich, dieses Shirt war sein Talisman bei diesen für ihn sehr besonderen Konzerten.

    Hand in Hand verliessen sie die Wohnung zum ersten mal als Paar. Viel Leben spielte sich bislang in den vier Wänden ab und nun erweiterte sich der Horizont als Festvergebene nach aussen. Lilli empfand sich als sehr sexy in die diesem Aufzug. Mit jedem Schritt auf den hohen Stiefeln , die sie für ihn gewählt hatte, spürrte sie auch ihre geschnürrte Enge.

    So verkam das Platz nehmen und sitzen im Auto zur neuen Herausforderung. Martin entwich ein leises Lachen als er Lilli dabei beobachtete wie sie versuchte ihre Position zu finden, fand aber ein schnelles Einsehen mit einem beherzten Griff am Drehknauf der Rückenlehne.

    Normalerweise würden sie nun eine Stunde miteinander auf der Autobahn verbringen bis zur Ankunft. Nahe der nächsten Großstadt wich diese Hoffnung der Erkenntnis des einsetzenden Berufsverkehrs vor dem Wochenende. Leise lief die Musik im Hintergrund, ihre linke und seine rechte Hand lagen auf der Mittelkonsole auf und Lilli durchbrach die Stille mit der Sichtung der aufgehenden Mondsichel. Angesprochen auf den fesselnden Inhalt seiner ähnlich klingenden Geschichte zwang Martin zur Zentralisierung seiner Gedankengänge. Einige Minuten behielt er sein Schweigen bei, nach den richtigen Worten suchend.

  • .... im blauen Gesichtsbuch..., wieder einmal eine tolle Umschreibung um keine Werbung für den Marktführer bei der Social Media zu machen.


    Nur zu gerne hätte ich Lilly im stilechten Gothic-Look gesehen. Zumal ich mir sie ansonsten nicht so extrem gekleidet vorstellen kann. Sicher auch ein Abenteuer für sie.


    Die Fortsetzungen kommen zwar selten, aber es macht immer wieder Freude sie zu lesen.