• Warum nicht mal eine Lycra-Geschichte „in echt“ erleben?


    Ich wurde vor rund zwei Woche in einem anderen Forum von einer Person angeschrieben, die sich als lycraliebende Frau ausgegeben hat, und die auf der Suche nach einem lycraliebenden Freund ist.


    Da mir das etwas komisch vorkam habe ich etwas recherchiert und bin mir nun ziemlich sicher, dass es eine Fake-Identität ist.


    Dann habe ich ne Nacht drüber geschlafen und denke grade „warum nicht“? Warum spiele ich das Spiel nicht mit? Es gibt hier viele tolle Stories, aber man liest am Ende nur von anderen Leuten und lässt die Phantasie in diese Geschichte schweifen, erlebt es aber nicht selbst.


    Warum nicht selbst Teil der Geschichte sein? Ich habe für mich überlegt, dass ich der Story eine Chance gebe. Ich will gar nicht wissen, ob da tatsächlich eine Frau oder - viel wahrscheinlicher - ein Typ dahinter steckt. Ich „erlaube“ einfach diese Phantasie.


    Vielleicht wäre es ja auch ne Idee für den ein oder anderen von Euch.


    Ich bin raus, denn ich bin „belegt“ was das angeht, aber vllt. finden sich unter Euch auch zwei Leute für so eine Geschichte zusammen?!?


    Mir macht es bisher echt Spass!

  • Ich wäre glücklich wenn ich sagen könnte, ich bin Live dabei sein bei Novemberrain ...Wenn Lilli und Martin sich küssen. Ich wäre Happy könnte ich Nereida persönlich kennenlernen und mit ihr mir einen Nereida Turnanzug ertanzen.


    Ich glaube, ich durfte und darf immer wieder kleine Episoden meiner eigenen Lycra Geschichte erleben.

    Man muss nur genau hinschauen.

  • disorder ich vermute, du möchtest gerne mal ein Teil einer Lycrafantasiegeschichte sein, so wie Rim es auch verstanden hat.


    Meist betrachten wir die Geschichten wie durch einen halbdurchlässigen Spiegel. Wir sind fast hautnah dabei, die Charaktere aus der Geschichte bemerken uns aber nicht. Und nun sollen wir Teil der Geschichte werden. Interessanter Ansatz.

    Der Schöpfer soll also mit seinen Geschöpfen von Angesicht zu Angesicht kommunizieren.

    Beispielsweise passiert das ja genauso in der christlichen Lehre, wo Gott als Jesus auf die Erde kam und Jesus zu den Menschen sprach.

    Auch andere Autoren benutzen die Kollosion mehrerer Erzählebenen miteinander, wie z.B. Jostein Gaarder ("Sofies Welt").


    Ich für meinen Teil habe zum Beispiel eine (sehr) kleine Episode der Galaktischen Turnfee geschrieben, wo ich persönlich Nereida rufe, und sie erscheint mir und tanzt mit mir.

    Dieses Kapitel ist allerdings privat und nicht hierfür bestimmt...


    Übrigens:

    Für lycwolfs "Hahn im Korb" habe ich mal folgenden Einschub geschrieben:


    Während Alessandro und Vince nach dem Rechten schauten, die Lichtanlage auf nahezu völlig dunkel schaltete und auch die Klänge langsam ausblendeten, schlichen sich zwei weitere Gäste auf die mittlerweile abgedunkelte Zuschauertribüne.

    "Hey Nereida, meinst du, dass es richtig ist, Desis Geschichte zu verlassen und einfach hier einzudringen?" wisperte die eine.

    "Aber ja, Oksana, ich habe davon gehört, dass Sannahs Riege aus Lycwolfs Welt hier heute eine Super-Show aufführen will, da dürfen wir doch nicht fehlen!" entgegnete die andere.

    "Und unsere eigene Geschichte? Was ist mit der?"

    "Die kann warten, die Spannung hier ist dermaßen hoch, da können wir auch mal hinten an stehen."

    "Das ist ein berechtigter Einwand. Du hast Recht, Nereida."

    "Ja logo. Wenn es vorbei ist, tanzen wir uns dann wieder heimlich in Desis Geschichte. Das merkt doch niemand."

    Die beiden schauten sich an und grinsten.

    Der Countdown erreichte 00:00, das Wort "SHOWTIME" erschien und war düster zu hören.

    Nereida und Oksana verfolgten das Geschehen und hielten gespannt den Atem an.


    In diesem Einschub wissen Nereida und Oksana, dass sie Teil meiner Geschichte sind. Aber nur hier.

  • Schwierig! Klar kann ich nicht wirklich live dabei sein, denn sonst wäre es keine Phantasiegeschichte. Also tatsächlich eine Person in Lycra zu sehen und berühren geht nicht.


    Bei mir ist es grade so, dass wir uns schreiben, wie es wäre, wenn wir uns treffen würden. Was würden wir tun, was nicht. Was machen wir aktuell.

    Also sowas wie eine Brieffreundschaft mit einem Teil Realität und einem Teil Phantasie. Die Übergänge verschwimmen manchmal.


    Jeder hat ein Bild vom anderen und dabei ist es völlig unwichtig, ob das am Ende der Realität entspricht. Ein Rollenspiel halt. Nur ist man kein Elbe, Ork oder Zauberer sondern eine Person in einer Lycra-Brieffreundschaft.

  • Das klingt an sich nicht uninteressant, mit einer oder eventuell mehr Personen eine Story fortzuspinnen und dabei jeweils auf die letzten Handlungen des/der anderen zu reagieren. Der Nachteil dabei ist sicher, dass man, wenn der eine oder andere mal ein paar Tage unabkömmlich ist, lange auf eine Antwort warten muss, sofern das wie ein Dialog aufgebaut ist. Ich kann mir vorstellen, dann schnell die Lust am Ganzen zu verlieren, wenn die Entwicklung der Story nicht so vorankommt, wie ich das gerne hätte. Vermutlich wäre das eher was für einen Livechat, wo man direkt reagieren kann.


    Ich weiß nicht, wie es den anderen Autoren geht, aber wenn ich selbst eine erfundene Geschichte schreibe, versetze ich mich immer ein bisschen in die Figuren hinein, insbesondere in männliche natürlich, da ich, auch wenn alles frei erfunden ist, das Geschehene doch im Kopf visualisiere und mich anstelle der Figur in der Szene betrachte. Der Vergleich mit dem halbdurchlässigen Spiegel von Desi trifft es sehr gut, wobei ich mich eher wie ein Geist sehe, der in den Körper der Figuren dingt und die Welt aus deren Augen sieht. Um ein Beispiel aus meiner aktuellen Geschichte zu nehmen, so sehe ich die Handlung in der Regel nicht als ein unsichtbarer Beobachter, der irgendwo in der Ecke steht und Protokoll führt, sondern tatsächlich aus Boris´ Sicht, da er der Protagonist ist. Ich wage mal zu behaupten, dass die meisten so schreiben, indem sie sich in die Gedanken oder Emfindungen eines der Charaktere hineinversetzen. So in der Art, wie man auch bei Computerspielen aus der Egoperspektive agiert, Dialoge führt, etc. ohne wirklich diese Person zu sein. Wo wir wieder beim Thema Rollenspiel angekommen wären.


    Etwas anderes, im Grunde eine stilistische Besonderheit, Metafiktion genannt, ist die von Desi angesprochene Überschneidung von verschiedenen Ebenen, wenn etwa der Autor selbst Teil der Handlung wird. Neben Sofies Welt, was übrigens ein sehr schönes Buch ist, kenne ich das Phänomen beispielsweise auch noch aus einem bekannten Roman von Stephen King, wo er "leibhaftig" als er selbst in der Rolle des Verfassers ebendieses Buches in der Handlung vorkommt und mit den Figuren im Buch redet und ihnen Ratschläge gibt.


    Um noch mal zum eigentlichen Thema zu kommen, was ich mir vorstellen kann, wäre zum Beispiel eine gemeinsam geschriebene Story, wobei es von vornherein feste Regeln geben müsste, damit das funktioniert. So könnte vielleicht jeder eine Woche Zeit haben, ein Kapitel (wie lang er dieses gestaltet, bleibt ihm überlassen) zu schreiben. Wenn, sagen wir mal, 5 Leute im Forum Lust haben, dabei mitzumachen, wird eine Reihenfolge festgelegt oder ausgelost, und dann werden reihum Kapitel für Kapitel von den verschiedenen Leuten geschrieben, wobei die Story logischerweise immer wieder in eine andere Richtung gelenkt wird, entsprechend den Vorstellungen der- /desjenigen, der grade an der Reihe ist. Die anderen sollten sich dann auch auf die bereits existierenden Teile beziehen und diese nicht ignorieren, nur weil sie ihnen womöglich nicht gefallen. Sonst erhält man am Ende eine Reihe einzelner Episoden, die nur noch wenig miteinander zu tun haben, ausser vielleicht den darin vorkommenden Hauptfiguren. Ich würde an solch einem Experiment gerne mitwirken, falls jemand von euch ebenfalls Lust dazu hat, können wir das gerne mal ins Augen fassen.