Habt ihr mal komische Reaktionen gehabt / Tipps für's Verhalten?

  • Gab es, wenn ihr öffentlich Lycra getragen habt (hoffentlich meistens beim Laufen ;) ), irgendwann mal negative Kommentar, Reaktionen oder verstörte Blicke?

    Wollte selbst mal das Laufen anfangen, aber wie das so ist, man schiebt es einfach auf, wenn es nicht wirklich nötig ist..... nun ja, da versuche ich mal, nächstes Frühjahr/Sommer mit anzufangen.

    Aber da habe ich leider eine hohe Hemmschwelle, denn einen Turnanzug zu Hause zu tragen ist halt was anderes, als wie offen bzw. draußen, in durchaus belebten(gut besuchten) Waldgebieten.


    Habt ihr vielleicht dazu Tipps, wie man es beginnen könnte? Oder reagieren, wenn es dann doch die eine oder andere flapsige Bemerkung gibt?

    Oder ist es gar und gämzlich unbegründet?

  • Hallo, du musst nicht Sport machen um Lycra öffentlich zu tragen. Ich habe zwar auch so angefangen, weil es für mich am leichtesten fande damit anzufangen. Aber mittlerweile trage ich Lycra als ganz normale Kleidung, und das auch öffentlich, und nicht nur das. Ich persönlich suche immer neue Herausforderungen, wie jetzt zum Beispiel mit Vinyl und Lack Leggings. Was man haben muss ist Selbstvertrauen, und die anderen müssen dir egal sein. Ich habe in der Zeit wo ich Lycra, Kunstleder, Reithosen, und jetzt auch

    Vinyl und Lack Leggings tragen tue noch nie Negative Kommentare erhalten.

    Und ja die Leute gucken, und das werden sie auch immer machen.

    Wenn du Lycra öffentlich tragen möchtest, dann spring über dein eigenem Schatten, und verschiebe es nicht immer auf morgen.

    LG Thor

  • KunstTurnLover

    Einige brauchbare Dinge hat Thor72 schon beschrieben.

    Mein Rat: Fang erst mal mit deinen unscheinbarsten Lycra-Klamotten an, also Sachen mit einer dezenten nicht schrillen Farbe wie dunkelblau oder schwarz, kein wildes Muster oder so. Und erst mal nur eine Leggings oder nur ein Lycra-Shirt.

    Damit gehe dann nach draußen. Das dient dazu dein Selbstvertrauen aufzubauen. Gewöhne dich (und die Umwelt) langsam daran.

    Später kannst du dann auch "gewagtere" Sachen anziehen.


    Willst du mit einem Badeanzug oder Turnanzug im Schwimmbad starten, ziehe zu Anfang einen einfarbigen schwarzen oder dunkelblauen an.

    Ich hatte es damals mit einem schwarzen Speedo Badeanzug mit Ringerrücken getan.

  • .. nun ja, da versuche ich mal, nächstes Frühjahr/Sommer mit anzufangen.

    Ich denke, da liegt einer der Knackpunkte und zugleich auch (m)ein Tipp:


    Warum möchtest du so lange warten? - Bist dahin fallen dir mindestens 1000 Gründe ein, weshalb es jetzt gerade (mal) wieder doch nicht geht.


    Jetzt im Herbst / Winter ist doch der ideale Zeitpunkt:


    - es ist morgens lange und abends schon wieder sehr früh dunkel.

    - je nach Wohnort ist es häufig auch mal lange grau und neblig.

    - es sind längst nicht so viele Leute auf den Straßen/Wegen unterwegs wie im Frühjahr oder Sommer, wo es die Massen nach draußen zieht.


    Alles Gründe, die dafür sprechen - sofern du wirklich so unsicher bist - gerade jetzt mit dem Laufen in Lycra anzufangen.


    Ich selbst mache mir bei Lauf- und Radkleidung längst überhaupt keine Gedanken mehr. Vor rund 17 Jahren habe ich damit angefangen in Lycra Sport zu machen (Radfahren und Laufen), damals - soweit ich weiß - auch im Herbst/Winter. Dazu muss man jedoch sagen, dass Lauftights zu Beginn der 2000er Jahre (genau wie enge Lycra-Bekleidung ganz im Allgemeinen) alles andere als üblich waren und selbst Frauen häufig in der klassischen "Jogginghose" liefen.


    Dennoch habe ich mich überwunden und manchmal fast schon enttäuscht. Denn an manchen Tagen war ich regelrecht "froh" darüber, wenn mir überhaupt irgendjemand begegnet ist. - Abgesehen von den Autofahrern. - Interessiert hat sich aber niemand wirklich dafür. Bei 1-2 Rennradlern hatte ich den Eindruck, dass sie länger hinter mir herfuhren als die nötig gewesen wäre, aber evt. wollten sie ja auch nur den Windschatten nutzen. Ansonsten gab es sehr selten mal einen neugierigen Blick, allerdings denke ich, dass das gar nicht unbedingt an der Kleidung gelegen haben sondern könnte genau so gut die Tatsache gewesen sein, dass ich Sport mache.


    Ansonsten kann ich mich den Tipps von meinen Vorschreiber nur anschließen. Dezente Farben lenken auf jeden Fall etwas ab, allerdings machen "knallige" Farben oder Akzente ja häufig ein wenig den Reiz aus, außerdem sind sie auch ein Sicherheitsaspekt. - Wie viele Läufer sieht man in Neon-Farben? - Es ist fast schon auffällig, wenn man nicht darin unterwegs ist ;-)


    Sport ist natürlich keine Vorraussetzung um Lycra zu tragen. Bei Frauen ist es ja mittlerweile üblich, dass sie auch Sporttights im Alltag tragen. Sei es einfach so zum Einkaufen in der Stadt oder sogar bei der Arbeit (bspw. als Bedienung im Café). Gestern habe ich bei uns sogar zwei (einzelne) Männer in Lauftights in der Stadt gesehen, die nicht unbedingt so aussahen als ob sie gerde Sport gemacht hätten. - Möglicherweise waren sie ja - ganz gemütlich - erst auf dem Weg zum Sport. - Wer weiß das schon? - Und damit wären wir wieder beim Punkt: Es wird vermutlich überhaupt niemanden interessieren ;-)


    Nicht so viel Gedanken machen und einfach ausprobieren. - Zur Not evt. ein paar KM fahren und in "der Fremde" laufen.... doch bald wirst du merken, dass das eigentlich gar nicht notwendig ist.

  • Hallo,

    muss vorausschicken, dass ich etwas kräftiger gebaut bin.


    Mit einer ebenfalls gewichtigeren Bekannten bin ich in Adidas-Leggings forsch durch einen größeren Park gewalkt.

    Im Biergartenbereich hat uns wohl aus einer Gruppe Männer ein Besoffener mit "na, guckt mal die Presswürste da" begrüßt.

    Allerdings kam aus der Gruppe gleich der Kommentar zum Kollegen: "Die zwei tun was für ihre Gesundheit. Du kannst nur saufen und fressen".


    Servus


    SehrNeugierig

  • Ich hab mir eigentlich noch nie negative Kommentare eingefangen, nur ein mal, als ich im schwarzen GA Rad gefahren bin, meinte ein Bekannter mal, dass ich im Ganzkörper-Kondom unterwegs sei. War aber eher spaßig gemeint. :)

    Wenn man Selbstbewustsein ausstrahlt haben die Leute eher Respekt vor einem, als dass sie Sprüche machen.

    Einfach langsam steigern, dann kommt das Selbstvertrauen von selber.


    Gruß Wolpertinger

  • Also ich zähle ja nunmal auch zu den "Presswürsten", weshalb ich auch nicht so oft öffentlich Lycra trage.

    Direkte negative Äußerungen habe ich in letzter Zeit nicht erfahren, aber oft Blicke die nichts mit Toleranz oder Wohlwollen gemein haben.


    Vor einigen Wochen war ich einen Vormittag lang in Lauftights am Laacher See unterwegs. Herrliches Wetter und extrem viele Leute unterwegs. Kaum jemand der keine Notiz von mit genommen hätte. Und zumindest denen die genauer hinsahen, war ins Gersicht geschrieben "... na mit dieser Figur würde ich was anderes tragen ..."

    Nur soviel zu denjenigen, die "nie" auf Ablehnung damit stoßen.


    Andererseits muss man sich daran halt gewöhnen und irgendwann steht man auch über den Dingen. Manchmal macht es sogar Spass aufzufallen.

    Ich muss jedoch dazu sagen, dass ich Lycra nur in Gegenden trage, in denen die Wahrscheinlichkeit erkannt zu werden gering ist. Zu Hause in der Provinz bin ich da zu sehr gehemmt.

  • Vorwegschicken möchte ich, dass man sich trotz negativer Erfahrungen nicht davon abschrecken lassen sollte, auch mal öffentlich Lycra zu tragen. Manchmal hat man einfach das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, was heißen soll, dass man zufällig auf Personen trifft, die ohnehin auf "Krawall gebürstet" sind und vermutlich jede Gelegenheit nutzen, über andere Leute herzuziehen. Wenn ich es nicht gewesen wäre, der in Lycra in ihr Blickfeld geraten ist, so hätten sie sicher jemand anderen wegen einer Auffälligkeit angepöbelt.


    Mir ist vor etwa 3 Jahren passiert, dass ich von einer Reihe junger Männer, schätzungsweise zwischen 15 und 20 Jahren alt, mit diversen Schimpfwörtern bedacht wurde, die sich vornehmlich aus Begriffen zusammensetzten, die aus dem Bereich "männliche Homosexualität", Landwirtschaftliches Nutztier (Grunzt) und hintere Körperöffnung (zum Zwecke der Ausscheidung von unverdaulichen Nahrungsbestandteilen) entstammten.

    Es war ein recht heißer Sommertag, ich kam von der Arbeit, damals noch in Köln, und habe mich nach Arbeitsende spontan dazu entschlossen, meine lange Hose, die ich während der Arbeit getragen hatte, gegen eine Radlerhose (dunkelblau, mit dünnen weißen Streifen an den Seiten, also eher unauffällig), die ich noch in meinem Rucksack dabei hatte, zu tauschen. Neben den üblichen Blicken in der Bahn, kam es dann, als ich bei meinem Heimatbahnhof ausgestiegen bin, zu dieser Szene. Eine Gruppe von schätzungsweise 5 oder 6 Jugendlichen belagerte eine Bank nahe des Bahnhofs und nahm mein Vorbeigehen als Anlass, mir lautstark diese Beleidigungen hinterher zu rufen, bzw. mir auch noch ein Stück des Weges hinterherzulaufen, micht zu umkreisen und mich immer wieder "anzusprechen". Zum Glück sind diese Kerle nicht handgreiflich geworden, was ich eigentlich jeden Moment erwartet hatte. Vermutlich, weil ich nicht alleine war, sondern noch zahlreiche andere Pendler mit mir den Bahnhof verlassen hatten. Von denen im Übrigen niemand etwas gesagt hat, sie taten sogar alle so, als bekämen sie die ganze Szene überhaupt nicht mit.


    Das war aber auch die einzige wirklich schlechte Erfahrung, die ich gemacht habe. Sonst kommt es auch immer auf die Situation an. Wenn ich mit dem Fahrrad in einer Radlerhose unterwegs bin, achtet da niemand drauf. Wenn ich im Supermarkt mit einer offensichtlich nicht gepolsterten Radlerhose oder Leggings unterwegs bin, fällt das eher auf. Manchmal merke ich richtig, wie Leute mich entdecken, und nach dem üblichen kurzen ersten Blick noch mal genauer hinschauen. Gesagt hat allerdings noch niemand was, daher kann ich immer nur spekulieren, was diese Leute über mich und mein Outfit denken. Anhand der Mimik oder einem Grinsen bilde ich mir auch schon mal ein, dass es nicht unbedingt wohlwollend ist, was diese Leute denken. Aber solange niemand etwas sagt, ist es mir egal. Naja, fasst zumindest. Aber ich rate euch, deswegen nicht paranoid zu werden. Abhaken und Vergessen.

  • Ich kann es kaum glauben, dass Dir diese Jugendlichen so respektlos deratige Schimpfwörter hinterhergerufen haben. Schlimm, dass es sowas gibt.

    Manchmal interpretiert man aber auch aus "schlechtem Gewissen" etwaige Reaktionen falsch, dass man sich betroffen fühlt, obwohl es womöglich eine ganz andere Ursache hat, wenn z.B. hinter einem gelacht wird. Bei Dir war das ja aber leider nicht der Fall.

    Egal, wenn einem sowas passiert, einach ignorieren und weiter sein Lycraleben genießen.


    Gruß Wolpertinger

  • Dass irgendwer kichert und mich anblickt, halte ich als Reaktion auf meine Badeanzüge im Schwimmbad normal.

    Wobei - wenn wer kichert oder guckt (sind meist 5- bis 20-jährige), weiß ich ja noch nicht mal, ob es auch mir gilt, da ich nicht die Leute anstarre, denen ich begegne.

    Und selbst wenn ich gemeint war, ist es mir eigentlich egal.

    Na gut, im Schwimmbad gibt es ja immer Aufsichtspersonal, die da herumpatroullieren, das schreckt auch ab.


    Außerhalb des Bades im Badeanzug herumlaufen wäre schon anders. Aber dort würde genauso eine Frau im Badeanzug für Reaktionen sorgen.

  • Das Thema hatten wir schonmal 2017. Hier mein Erlebnis nochmal im Copy&Paste. Fällt eher in die Rubrik komische Erlebnisse und nicht schlecht, aber ging ja um beides hier ;)

    Eins meiner seltsamen Erlebnisse war in der Therme Bad Whörishofen. War dort beim Schwimmen unterwegs mit Arena Makinax Anzug (genialer Anzug, den mag ich gern) und Schwimmbrille. Jedenfalls bin ich dort ein paar Bahnen geschwommen, da fiel mir eine Gruppe von Mädels auf, ca. 16-18 Jahre, glaub es waren 4 oder 5. Die Hälfte im Badeanzug die andere im Bikini. Die wollten auch schwimmen, hatten aber wohl nicht so die Lust dazu. Fingen aber nach einer Weile am Beckenrand warten dann doch zum schwimmen an.

    Ich machte dann eine Pause und ging raus und setzte mich auf die Bank neben der Bahn und schaute mich etwas um und den Mädels etwas zu. Nach ein paar Minuten gingen sie dann kichernd raus, und kamen auf mich zu. Hatte schon ein komische Bauchgefühl. Sie blieben dann vor mir stehen, ein Mädel im Badeanzug sprach mich dann an. Hallo, wie geht es Dir, kann es sein das du gern ein Mädchen wärst, würdest bestimmt ein geiles Mädel abgeben in deinem Anzug, etc.

    Fing am Anfang ziemlich strange an das Gespräch, allerdings endete es so dass sie gerne meine Nummer wollte ;-) Sagte ihr aber das ich eine Freundin habe und nur von der Arbeit aus hier bin und normal weiter weg wohne. Dann merkte man ihr fast eine leichte Enttäuschung an. :-)


    Badeanzug Arena Makinax Hinten


    Badeanzug Arena Makinax Vorne



    manujaja : Das Problem ist hier wohl das diese Leute aus einer völlig anderen Kultur kommen, nicht sehr offen sind für was Neues. Und leider auch eine leichte Grundaggresivität aufweisen. Aber bitte das Thema nicht durchkauen, wird genug in den Medien getan.