Beiträge von Desi

    Hallo Lycwolf,

    ich habe zuerst nur bis Ende Kap. 15 gelesen und kein Wort weiter.
    Hier meine Gedanken zu Kap. 15.

    Ich glaube nicht, dass es die Bewegungen waren, die Caroline verstört und schlaftrunken machten.
    Denn das ist sie ja als Berufstänzerin gewöhnt.
    Damit hat schon ihr spezieller Schüler zu tun...
    Sie schont ihn wirklich nicht.
    Und wie Yves hätte ich (mich) auch gefragt, was das mit Luftakrobatik zu tun haben soll...
    Schön geschildert das Training, mit den dazugehörigen Fachausdrücken.
    Erinnert mich an mein Kap. 96: Ballettstunde bei Oksana und Nereida
    Dass Yves geschafft ist, kann ich mir sehr gut vorstellen.

    Nun lese ich Kap. 16.

    Der Teilfranzose mit einer Zusatzextremität, sauber!
    Sehr schöne Beschreibung für die Freuden in einer lütten Nasszelle.
    Da möchte man gerne dabei sein.
    Und natürlich nicht auf dem nassen Boden ausrutschen.
    Dann sein Halsüber-Kopf-Aufbruch.
    Tja, ich hab das Gefühl, dass da noch was passiert.

    Am 29.1.2018 schrieb ich in einem Kommentar zum Kapitel 71 von Nereida im Freibad folgendes:

    Es gibt noch eine andere Variante, in der sich Ingo und die anderen passiv-gleichgültig gegenüber Nereida verhalten. Nereidas Reaktion darauf ist fatal...

    Auf diese Zeilen kam damals keine Reaktion.



    Lange habe ich überlegt, ob ich diese alternative Fassung von Kapitel 71 veröffentlichen sollte, dieses recht drastische Kapitel über Nereidas unkalkulierbare Reaktion im Freibad.
    Anfangs wollte ich sie direkt nach der offiziellen Fassung hinterherschieben, fand es aber nicht angebracht.
    Ich habe mich jetzt 2 Monate nach dem Ende der Galaktischen Turnfee doch dafür entschieden.
    Als Beispiel, dass nicht alles Harmonie ist, was aus meiner Feder (pardon: Tastatur) stammt.
    Ich rechne jedenfalls damit, dass es vielleicht nicht allen gefallen wird.
    Hier nun die inoffizielle Version von Kap. 71.


    *****

    Kapitel 71 Im Freibad ... Alternatives Ende.


    Aus Ingos Sicht.

    Der Tag begann sonnig.
    Ich übernachtete alleine zuhause, da Lisa sich noch um ihren Haushalt kümmern wollte und ich um meinen.

    Mit gemischten Gefühlen packte ich die Schwimmtasche. Schließlich sollte ich heute zum ersten Mal im Badeanzug im Freibad baden gehen! Unter anderem kam in die Tasche mein neuer schwarz-grüner Badeanzug, den ich am Vortag im Beisein von Oksana, Nereida und Lisa gekauft hatte.
    Nach dem Frühstück radelte ich los. Das Freibad unseres Städtchens lag am anderen Rand, etwas abseits, wo der Lärm keine Anwohner stören konnte.
    Es bestand aus dem zwei Meter tiefen 25-Meter-Becken mit vier Bahnen, dem genauso großen Nichtschwimmerbecken bis 1,20 m Tiefe mit Rutschen sowie einem abseits gelegenen Tiefbecken mit Ein-Meter-Brett und Drei- und Fünf-Meter-Turm.
    Umgeben waren die Becken von großzügigen Rasenflächen. Hecken trennten die Rasenflächen von den Becken.
    Das Eingangsgebäude enthielt außer dem Kassenbereich weiterhin Räume fürs Personal sowie Duschen, Toiletten, Umkleidekammern und Spinde. Auch ein kleiner Imbiss war vorhanden.

    Als ich pünktlich um 10 Uhr ankam, sah ich dort schon Lisa warten. Auch Ute und Egon waren gekommen. Wir plauderten miteinander.
    Zehn Minuten später kamen dann Bea, Nereida und Oksana. Herzliche Begrüßung untereinander.
    Als Egon Nereida sah, geriet er ins Grübeln.
    "Ich kenne dich. Ich habe dich irgendwo schon mal gesehen. Ich weiß nur nicht, wo."
    "Keine Ahnung. Ich habe dich noch nie gesehen", meinte sie ratlos.

    Bea bat mich, die schweren Sachen von ihrem Wagen tragen zu helfen. Ich kam mit ihr mit.
    Sie wirkte etwas genervt. Ich fragte sie, was denn los sei. Sie sagte, da kamen mehrere Punkte zusammen, worüber sie sich vergangene Woche geärgert hatte.
    Die Nachbarn, die über ihr wohnen, haben am Donnerstag in der Küche das Wasser wohl überlaufen lassen, die Decke in Beas Küche muss saniert werden.
    Dann ist sie mit ihrem Auto am Freitag gegen einen Poller gefahren. Die Beule war deutlich zu sehen. Das kostet sie viel Geld und Mühe, den Wagen und den Poller reparieren zu lassen.
    Und Beas irdische Mutter Brigitta kam in die Klinik, da sie gestürzt war und sich den Arm gebrochen hatte. Somit musste sie auch noch ihren Vater versorgen und die Mutter besuchen. Ihre Schwester Nereida war dabei keine Hilfe.

    Überhaupt Nereida.

    Heute morgen hatte es ihrer ganzen Überredungskunst bedurft, Nereida in Beas Wagen hinein zu bekommen. Ihre Schwester hasste Autofahren. Manchmal fand Bea Nereida echt schwer zu ertragen. Sie wirkte auf Bea wie ein Kind im Körper einer Erwachsenen. Schon als sie Nereida das allererste Mal in der TuFiTa sah, ahnte oder genauer, wusste sie, dass diese Nereida eine schwierige Person war bzw. sein würde. Ihre Abneigung war jedenfalls deutlich erkennbar. Sie hatte nicht nur einige Problemschüler, mit denen sie sich an der Schule herumärgern musste, sondern nun auch noch dazu eine unreife Schwester!
    Bea seufzte.
    Ich legte ihr meine Hand auf die Schulter und tröstete sie, erinnerte sie aber auch daran, dass Nereida ja nicht von der Erde stammte. Sie lächelte wieder und bedankte sich. Mir schien es aber, dass es Bea weiter beschäftigte.
    Als uns Egon länger am Wagen stehen sah, kam er hinterher und half uns beim Tragen.
    Es standen mehrere Leute vor der Kasse, es dauerte etwas. Nereida fand das Stehen langweilig, tänzelte herum und freute sich, fast so wie ein kleines Kind.
    Bea, sowieso schon genervt, wurde das zu bunt und ermahnte sie ausdrücklich, doch endlich mal still zu stehen! Hier mache man das so. Sie schaute echt vergrätzt. Man erkannte deutlich, wie unsicher Nereida da stand. Missmutig befolgte sie die Anweisung ihrer älteren Schwester.
    Egon stand vorne. An der Kasse bezahlte er sogar den Eintritt für uns alle. Fand ich echt nett von ihm!


    Wir ließen uns an einem Platz an der Hecke nieder, der teils im Schatten lag, unweit zum Nichtschwimmerbecken.
    Schätzungsweise 50 Badegäste befanden sich bereits auf den Grünflächen und in den Becken.
    So langsam entkleideten wir uns alle und zogen uns um. Oksana gab Nereida den neuen Badeanzug in die Hand. Meine Jeans und T-Shirt hatte ich schon ausgezogen, saß nur noch in Unterhose da, wollte sie gerade aus- und meinen neuen Badeanzug anziehen, wurde aber von Nereida abgelenkt. Die Frauen wühlten in ihren Taschen, bemühten sich, ihre Oberkörper vor den Blicken anderer zu verbergen.

    Nicht so Nereida. Sie stand aufrecht da, ihr Badeanzug baumelte an der linken Hand; sie trödelte, tänzelte etwas und schaute lächelnd verträumt in die Ferne, war sichtlich gut gelaunt.

    Man konnte ihren kompletten Körper hüllenlos sehen! Eine echt makellose Figur hatte sie, ideal für ein Fotomodell, was sie ja für die Turnanzug-Firma auch mal war. Nichts hing runter, herrlich anzusehende Rundungen, alles wohlgeformt, keine Hautunreinheiten, ein hübsches Gesicht mit ihren dunkelblonden Haaren, wahrhaftig ein Abbild von Schönheit! Die Venus von Obertupfingen. Ich war sehr beeindruckt.
    Aber irgendetwas an ihr war anders als an anderen Frauen. Aber was?
    Schon drehte sich Nereida in die andere Richtung, dass ich nur noch ihrem Rücken sah. Egal, nach ihr musste man sich einfach umschauen! Eine echt süße Maus. Galaktisch genial! Einmalig hübsch!
    "Hey Nereida, alle Achtung!" rief Egon, pfiff anerkennend und sprach in etwa das aus, was ich bloß gedacht hatte. Ute boxte ihm dafür verärgert in die Seite.

    Aber was nun kam, erschütterte uns alle.

    Denn Sekundenbruchteile später wurde Nereida von Bea energisch auf die Decke herunter gezerrt, von der Umgebung abgeschirmt, so lautstark belehrt und beschimpft, dass sich etliche andere zu uns umdrehten! Oksana war zwar nicht so rabiat wie Bea, fasste Nereida zwar nicht an, machte ihr aber ebenfalls Vorwürfe. Ich dachte an Beas Beschwerde über ihre Schwester vorm Freibad. Und nun bekam sie Beas geballten Frust ab!

    *****
    ***** Ab hier ändert sich die Handlung *****
    *****

    Aber was musste ich da sehen: Nereidas Gesicht bekam Zornesfalten, ihre Augen funkelten und durchbohrten Bea und Oksana vor Wut!

    Nereida riss sich los, sprang auf und schrie lauthals wütend: "Ihr hundsgemeinen Erdenfrauen, so mich niederzumachen! Ich habe genug von euch! Besonders von dir, Tabea!"

    So hatte ich Nereida noch nie erlebt. Als eine unbekleidete Furie!
    Damit zog sie die Aufmerksamkeit der anderen Badegäste auf sich.
    Beata sprang ebenfalls auf, setzte an, etwas zu sagen, wurde aber von Nereida niedergeschrieen:
    "Und du willst meine Schwester sein, Tabea? Ich hab mich in dir arg getäuscht! Ich verlasse diese Welt, komme nie wieder!"
    Beata war schockiert, konnte nichts erwidern.

    Zwei grimmig dreinblickende Aufseher kamen auf Nereida zu, riefen: "Bleiben Sie ruhig, oder wir werfen Sie hinaus!"

    "Bleib, Nereida, liebe Schwester, bitte bleib! Wir können in Ruhe reden", rief Beata ihrer Schwester zu, allerdings vergebens.

    Nereida war total in Rage. Sie drehte sich blitzschnell und ihre Achse, machte ein paar schnelle Handbewegungen. Etliche funkelnde Lichter umkreisten sie, die nichts Gutes ahnen ließen.
    "Lass mich in Ruhe, Tabea, lasst mich in Ruhe ihr alle!", kreischte sie.
    Ich sah nur Nereidas von überbordenen Zorn verzerrtes Gesicht. Sie sah in Bea nur noch die harmonielose ungeliebte Erdenfrau Tabea.

    Beata dachte entsetzt: Oh nein, sie tanzt den Ausnahmetanz! Niemand wird sie jetzt noch aufhalten können! Niemand, nicht mal ich!
    Laut rief sie den Aufsehern zu: "Bleiben Sie weg von ihr, sie wird Ihnen sonst stark wehtun!"

    Die hörten nicht auf Beata, rannten zu Nereida hin und versuchten sie zu greifen. Das hätten sie tunlichst lieber bleiben lassen sollen.

    Nereidas entfesselte Energien trafen ihre komplette Vorderseite, wirkten so heiß wie ein Flammenwerfer und so hart wie ein stabiler Knüppel, schleuderten sie hart zu Boden!
    Die Aufseher wälzten sich über den Boden und schrien vor Schmerzen, die Lichter blendeten sie.

    Nereida bewegte sich noch schneller.
    Die Farben strömten aus ihr, bis sie grell weiß strahlte! Wir mussten uns die Augen zuhalten.

    "Dreht euch von ihr weg! Lasst alle Handys los! Haltet euch die Ohren zu!" brüllte Beata. Wir befolgten wie mechanisch ihren Befehl.
    Auch Beata gehorchte ihren eigenen Anweisungen, denn sie wusste, was kommen würde.

    Es kam drei Sekunden später.

    Mit einem heftigen Lichtblitz und einem Knall, der sämtliches Glas in 30 Metern Umkreis bersten ließ, verschwand Nereida himmelwärts.
    Die Druckwelle schleuderte uns alle zu Boden!

    Die Turnfee hinterließ ein Freibad in Schockstarre.
    Niemand von uns begriff, was da eben passierte. Erst recht nicht diejenigen, die die rasende Nereida nicht gesehen hatten.

    Einzig und allein Beata erkannte die Situation und weinte. Sie hatte ihre Schwester verloren. Und sie fürchtete sich vor der Zukunft.

    Die Aufseher schrien herzzerreißend. Ihre Haut war versengt, die Haare verbrannt und beim harten Aufprall prellten sie sich auch noch einige Knochen. Kein schöner Anblick.
    Dazu hörten wir das Schreien der anderen Opfer, denn viele erlitten Schnittverletzungen durch umherfliegende Glassplitter.

    Niemand konnte die Hilfskräfte anrufen, da sämtliche Mobiltelefone, Smartphones und andere elektrischen Geräte um Nereidas Abgangsort zerstört wurden. Sowohl alles Glas der Mobilgeräte splitterte als auch die Elektronik wurde durch den starken elektromagnetischen Impuls des Lichtblitzes zerstört.

    Es muss irgendwem außerhalb des Bades doch gelungen sein, die Einsatzkräfte zu alarmieren, denn einige Rettungstransportwagen und drei Polizeiwagen erreichten nach einigen Minuten das Bad. Die Beamten kamen mit gezückten Waffen herangelaufen. Nachdem sie keine gefährliche Situation erkannten, ließen sie die Sanitäter auf den Tatort.
    Wir anderen hatten außer dem Knalltrauma keine körperlichen Schäden davongetragen, wohl aber den Schock.
    Den Ärzten sollte es später gerade so eben noch gelingen, das Augenlicht der Aufseher zu retten. Nur das Gehör war dauerhaft geschädigt.

    Weitere Ermittler kamen tröpfelweise ins Freibad. Wir wurden zu dem Tathergang befragt und mussten unsere Personalien für weitere Befragungen angeben.
    Über Lautsprecher der Polizisten wurden die Gäste aufgefordert, das Bad zu verlassen.

    Immer noch schockiert verließen wir das Bad. Beata eilte zu ihrem Auto, total wirr im Kopf. In diesem Zustand konnten wir sie nicht allein lassen!
    Wir fuhren mit ihr zu sich nach Hause.
    Dort rannte sie zum Sofa, setzte sich rein und weinte hemmungslos. Lisa und Oksana setzten sich zu ihr und versuchten sie zu trösten.

    Alles meine Schuld, dachte Bea. Ich hätte mich im Zaum halten müssen.
    Meine Schwester hatte sich mit dem Ausnahmetanz quasi als Alarmstart zurück nach R-Wi katapultiert. Ein Notverfahren, das von einer R-Wi-a außerhalb R-Wi als schnellste Maßnahme in höchster Not für Leib und Leben angewandt wurde. Und jeder, der sich ihr in den Weg stellte, wurde gnadenlos weggemäht. Wie es die zwei Männer leidvoll erfahren mussten.
    Allerdings hat Nereida die Folgen nicht einkalkuliert.
    Besonders die für ihre Schwester.
    Denn Nereida wurde vom Opfer zur Täterin...

    Bebend erzählte Beata uns, was wirklich passiert ist.
    Nereida hatte großes Aufsehen erregt. Zuerst mit ihrem Ausflippen und Schreien. Dann mit für Erdbewohner unerklärlichen Dingen wie den Ausnahmetanz und seinen optischen und akustischen Folgen. Und welche Angst Beata jetzt hat, dass man sie zur Rechenschaft ziehen wird. Denn viele Zeugen haben vor dem Blitz mitbekommen, dass sie als letzte mit Nereida geredet hatte. Und was sie sagten. Beata fürchtete, dass auch ihr Leben ruiniert sein würde. Dass man ihr sehr unangenehme Fragen stellen würde. Egal ob von Behörden auf der Erde oder von R-Wi. Vor allem, dass zwei Unbeteiligte schwer zu Schaden kamen, und schon allein deshalb Nachforschungen angestellt würden. Was auch immer sie sagen würde, es wäre fatal.
    Sie würde sich früher oder später garantiert in Widersprüche verwickeln, wenn sie leugnete. Und wenn sie die Wahrheit erzählte, wer würde ihr glauben? Sie müsste die Existenz von R-Wi offenbaren. Sie würde pausenlos überwacht werden. All diese unerklärlichen Erscheinungen wie die Verschiebetänze und was dahinter steckt, würde Geheimdienste oder ähnlich zwielichtige Leute auf den Plan rufen. Vielleicht würde man sie als Außerirdische festhalten, fernab jeder irdischen Gerichtsbarkeit in finsteren Kellern anketten und quälen! Daher wollte sie sich diesen Leuten niemals ausliefern!

    Eine große Angst ergriff sie.
    "Alles was ich euch eben erzählt habt, muss streng geheim bleiben. Erzählt niemals davon! Erwähnt niemals R-Wi!
    Ich muss gehen, ich kann nicht mehr auf der Erde bleiben!" rief sie gehetzt.

    Beata sprang auf, begann zu tanzen. Den Intergalaktischen Verschiebetanz.

    "Kommst du wieder, Bea?" fragte Lisa zitternd.
    "Erstmal nicht. Vielleicht auch nie wieder. Man wird nach mir suchen. Mich als Hauptkomplizin verantwortlich machen. Mein Leben auf der Erde ist zerstört! Lisa, Oksana, Ingo, ich danke euch für alles! Und Christina soll die TuFiTa weiterführen."
    Schon umfingen sie die Lichter.
    "Gibst du uns Bescheid?", fragte Oksana bebend.
    "Gedankenkommunikation" war das letzte Wort, das wir von Beata hörten, als sie ebenfalls als Lichtsäule nach R-Wi entschwand.

    Bedröppelt machten wir uns auf den Heimweg. Wir vereinbarten wie von Beata gewünscht, in Verhören niemals die Welt R-Wi zu erwähnen.
    Zehn Minuten nach unserer Abfahrt klingelte die Kriminalpolizei an Beas Haustür. Da Bea nicht auffindbar war, wurde sie von den Ermittlern von einer Hauptzeugin zur Komplizin der Täterin hochgestuft und zur Fahndung ausgeschrieben.

    Nereida landete im Haus der Notleidenden auf R-Wi; dorthin, wo alle hinkommen, die in einer Notsituation den Ausnahmetanz anwenden. Dort kümmern sich besonders geschulte R-Wi-i um die Ankömmlinge.
    Nereida erlitt einen Weinkrampf. Es dauerte lange, bis sie endlich sprechen konnte.
    Sie wurde mit sofortiger Wirkung von der Außenwelt abgeschirmt, ihre Gedankenkommunikation nur noch mit den R-Wi-i im Haus der Not leidenden Seelen zugelassen.

    Beata landete im Haus ihrer Eltern.
    Dorisanda und Moritselekto freuten sich anfangs über sie, erschraken dann aber über den schlechten Zustand ihrer Tochter. Beata beichtete ihnen ihre Tat, und sie bereute das alles zutiefst.

    Ihre Eltern waren hin- und hergerissen. Einerseits hielten sie zu ihrer Tochter Beata und rechneten ihr die Beichte hoch an, andererseits fanden sie Beatas Tat gegenüber Nereida sehr heftig und fast unverzeihlich. Sie rieten ihr, sich freiwillig dem Kommittee zu stellen.

    Beata sandte eine Gedankennachricht an ihre irdische Mutter: "Mama, ich bin auf eine sehr lange Reise gegangen, es geht mir hier recht gut. Ich habe dich und Papa sehr lieb. Die Sternenfee beschützt mich. Sagt allen, ihr wisst nicht, wo ich bin."
    Brigitta teilte es ihrem Mann Hans mit. Beide wunderten sich anfangs darüber.

    Beata meldete sich freiwillig beim Komitee zur Klärung von Unharmonie, eine Art Gerichtsbarkeit auf R-Wi.
    In dem laufenden Verfahren traf sie wieder auf ihre Schwester, die aber von ihr noch abgeschirmt wurde.
    Bei dem Verfahren bereute Beata ihre Tat zutiefst.

    Nach einer Woche Anhörung, Recherche und Beratung urteilte das Komitee, dass Beata R-Wi für drei Monate gar nicht verlassen durfte. Auch die Gedankenkommunikation wurde ihr nur noch für R-Wi selber zugestanden. Und mit Nereida durfte sie für drei Monate überhaupt keinen Kontakt haben. Sie wurde für die Dauer von drei Monaten vom Außenministerium zu einer anderen Dienststelle strafversetzt, wo es um die Reparaturen von Gebäuden ging. Und sie musste einen Intensivkurs in Harmonielehre absolvieren.
    Weil Beata Reue zeigte, durfte sie nach drei Monaten wieder ins Außenministerium zurückkehren.

    Beide Schwestern bekamen vom Komitee die Auflage, Reisen nach außerhalb von R-Wi vorher genehmigen zu lassen.
    Sie durften überall hin reisen, nur Reisen zur Erde wurden beiden für die Dauer von 10 Jahren untersagt, aus Gründen der Unharmonie, die sie auf der Erde hinterlassen haben und aus Gründen zu ihrem eigenen Schutz.

    Tja, nicht nur, dass Beata auf der Erde polizeilich gesucht wurde, fehlte sie nun auch noch ohne Entschuldigung in der Schule. Die Kripo-Beamten befragten auch Beatas Chef und ihre Eltern. Schließlich gerieten wir von der TuFiTa ins Visier der Fahnder. Irgendwie schafften wir es, dass sie uns von der Verdächtigenliste strichen, da wir nur Unverfängliches und bereits Bekanntes erzählten. Niemals erwähnten wir R-Wi.

    Bea fehlte auch im Verein. Die TuFiTa wurde zwar von Christina weiter geführt wie von Bea gewünscht, aber Beas Mädchenriege war ohne qualifizierte Trainerin. Christina besaß dafür nicht den erforderlichen Schein. Da sich niemand fand, der sie trainieren konnte oder wollte, musste sich die Gruppe auflösen. Auch wurde ihnen die Zugehörigkeit zur Turn-Regionalliga damit gekündigt.
    Tabeas und Nereidas Mitgliedschaft im TSV wurde vom Vereinsvorstand aberkannt. Ihnen wurde der Zutritt zum Vereinsgelände als unerwünschte Personen untersagt.

    Die Frauen der TuFiTa waren schwer bestürzt. Die zwei Schwestern waren zwei der wichtigsten und beliebtesten Mitglieder der TuFiTa.

    Nereida erschien nicht mehr zur Arbeit im Theater Großtupfingen. Da sie in der Probezeit war und unentschuldigt fehlte, wurde ihr kurzfristig gekündigt. Ihre Kolleginnen und Kollegen war schockiert, hatten sie Nereida doch als lebenslustige und herzliche Person kennen gelernt.

    Oksana war tieftraurig. Denn Bea als auch Nereida antworteten nicht mehr auf ihre Versuche der Gedankenkommunikation. Ihre Geliebte war weg! Körperlich und gedanklich! Und da Nereidas Gehalt wegfiel, musste sie auch noch finanziell kürzer treten. Die alte Angst der Zahlungsunfähigkeit kehrte zurück.
    Oksana hatte ein schlechtes Gewissen und machte sich noch lange Vorwürfe, da sie Nereida im Freibad so schlecht behandelt hatte.
    Weinend lag sie auf dem großen einst gemeinsamen nun einsamen Bett.

    Beas irdische Eltern traf es hart. Beide Töchter weg, wochenlange Observationen und unangenehme Fragen von den Ermittlern zehrten an ihren Nerven.
    Einzig und allein Beatas Gedankennachricht ließ ihre Eltern nicht zusammenbrechen. Trotzdem benötigten beide psychologischen Beistand.

    Und zu allem Übel wurde das alles noch in der Boulevardpresse breitgetreten:
    Schlagzeilen wie

    "Weißglühende Aggro-Frau richtet Blutbad in Freibad an, verschwindet mysteriös"
    "Nereida D.: Hatte Aggro-Frau Hilfe von Schwester Tabea D.?"
    "Auch Schwester von Aggro-Frau verschwunden"
    "Aggro-Frau Nereida D. erschlich sich gefälschte Personaldokumente. Wer ist Nereida D. wirklich?"

    prägten die kommenden vier Tage. Mit weiteren Enthüllungen und Empörungen wurde das Thema systematisch ausgeschlachtet.
    Parapsychologen, Verschwörungstheoretiker und andere Esoteriker mit paranormalen Betätigungsfeldern konstruierten daraus die absonderlichsten Theorien.

    Der Fall Nereida D. sollte aber weder von ihnen noch von staatlichen Ermittlern jemals aufgeklärt werden.

    *****
    Ende
    *****

    Ist dies wirklich so eingetreten? Hatte diese bis zum höchsten zugespitzte Auseinandersetzung zwischen den beiden Schwestern wirklich solche Schockwellen in der Gesellschaft ausgelöst?
    Nein.
    Dieser radikale Abgang Nereidas im Freibad ist nie passiert. Aber so könnte es sich zugetragen haben, wenn niemand zu ihr gehalten hätte und ihr Ausnahmetanz Wirklichkeit geworden wäre.


    Hier der Link zum offiziellen Kapitel 71



    Mit Nadja muss man rechnen. Allerdings muss sie sich nun im Klaren sein, dass man auch mit Thor rechnen muss...


    Die Handlung von "Schwerelos" vollzieht immer neue klasse Wendungen. Das macht sie so spannend.

    Ich bleibe dran.


    Ich finde es süß, wie die Profiballerina immer noch verschüchtert-elektrisiert guckt, wenn sie in Konstanzes reichhaltigem Fundus stöbert. Und auch Konstanzes mütterliche Art gefällt mir.


    Auch Yves scheint sich dort wohlzufühlen, was den scharfen Augen der Ladenbesitzerin nicht entgeht.


    Anproben in Lycraläden sind gern konsumierte Themen, damit kannst du immer punkten.


    PS: dieser vergriffene und neu aufgelegte Anzug, irgendwo hier hab ich den Namen schon ziemlich oft gelesen ;-)


    Dass der schwarze Turnanzug der Scherata Nereida da-da-e-Dorisanda, ihres Zeichens turnende und tanzende Diplomatin der Welt R-Wi, auch hier erwähnt wird, fasse ich gerne als Kompliment und Wertschätzung meiner Turnfeegeschichte auf. Danke Lycwolf. :)

    Klasse geschildert Carolines erster Sprung, sage ich als Laie.

    Auch die Passage mit Caros Unfall und die Dynamik der beiden Tänzer davor ist toll zu lesen.

    Und wie Yves und die Ballerina eine höher Stufe der gegenseitigen Zuneigung erreichen.


    Nadjas nicht gerade fröhliche Miene wird bestimmt noch für Spannung sorgen.

    Ich habe heute einen Artikel (auf Englisch) gefunden, der die Entwicklung des Gymnastikanzugs in der Rhythmischen Sportgymnastik beleuchtet.

    Hier meine grobe Zusammenfassung und Übersetzung.


    Die Akteure kamen anfangs zumeist aus den Ostblockstaaten und ein Jahrzehnt nach Ende des 2. Weltkrieges waren die sozialistischen Staaten in Sachen Gymnastikanzug noch lange nicht soweit wie heute. Es waren eher Badeanzüge, zumeist aus Baumwolle mit schlechter Passform, die sich nach dem Waschen noch verschlechterte.

    Glänzende Turnanzüge waren untersagt. Einfarbigkeit lange vorgeschrieben. Gemusterte Gymnastikanzüge konnten Punktabzüge mit sich bringen.


    In den 70er Jahren wurden die Anzüge körperbetonter, und etwas Transparenz wurde zugelassen, was bei vielen Zuschauern, darunter viele Männer, Begeisterung weckte.


    In den 80ern wurden die Gymnastikanzüge glänzender. Die Geräte (Band, Keule, Ball, Reifen) harmonierten farblich mit den Anzügen.


    In den 90ern wurden Unitards, Ganzanzüge zur RSG zugelassen (Olympische Spiele 96 in Atlanta). Sie betonten die Körperlinien der Gymnastinnen.

    Es wurden mehr Muster zugelassen.

    Die etwas "fülligeren" Athletinnen griffen lieber zum Gymnastikanzug, da der Unitard die zusätzlichen Kilos deutlicher machte.


    Ab 2001 wurden offiziell Röckchen zugelassen, initiiert von der russischen Funktionärin und Vizepräsidentin der FIG, Irina Viner.

    Röckchen wurden nachgesagt, ein paar Kilos zu kaschieren. Wobei - was soll ein Minirock kaschieren...


    Die Anzüge näherten sich denen des Eiskunstlaufens an, mit ihren reichlich verwendeten Glitzerkristallen

    Aber große Röckchen und weite Ärmel schränken die Bewegungsfreiheit ein. So wurde von solchen Anzügen Abstand genommen.


    Nichtsdestotrotz wurden in den Anzügen weiterhin Hingucker eingebaut, an denen das Auge des Betrachters hängen bleiben soll.


    Aber es gilt nach wie vor:

    Ein auch noch so raffinierter Gymnastikanzug mit Kristallsteinchen, Strass und herausragenden Mustern und Schnitten macht eine schlechte Leistung der Person, die ihn trägt, nicht wett.




    Quelle (englisch):

    https://rg-leotard.com/blog/gy…ythmic_gymnastics_leotard

    hallo Catsuit78


    Der Hersteller Ervy bietet so etwas in der Art an und nennt den Stoff "Super Gloss", 82/18% Polyamid/Elasthan.


    Als Beispiel diene der Turnanzug Nereida/3:


    http://www.ervy.de/Turnanzuege…kampfanzug-NEREIDA-3.aspx


    Die Firma bietet auch (Capri-)Leggings an

    Stoff: 82/18% Polyamid/Elasthan (glänzend)


    http://www.ervy.de/Gym-Basics-…-Hosen-Capri-Tights-.aspx


    Ervy verkauft selber nicht an Endkunden,

    da muss man sich an Shops wenden, eine Liste findest du hier:

    http://www.ervy.de/ERVY-Shops-…kanzuege-Turntrikots.aspx


    Hoffe, dass es dir hilft.

    Desi

    Die Antwort von Carolines Arzt verwundert mich nicht. Wäre es anders, wäre ich verwundert, in der Tat.

    Dass sie aber recht fit ist, zeigte ja ihr Spurt vom vorigen Kapitel.

    Immerhin können Thor und Yves finanziell gesehen aufatmen. Ich hatte schon Bedenken wegen ihrer Zahlungsfähigkeit.


    Dramaturgisch wertvoll. Macht Spaß, deine Geschichte zu lesen.

    Oder klönt und plantscht ihr eher?

    Das trifft den Kern.

    Denn einfach nur Bahnen ziehen kann man im heimischen Bad ja auch.


    Die Geselligkeit steht bei einem Badeanzugtreffen im Vordergrund. Und das Plaudern und Fachsimpeln mit den anderen, wie Wolpertinger schon schrieb.


    KunstTurnLover  
    Du kannst aber gerne so ein Treffen mit einen Kurzurlaub verbinden und einen Tag früher kommen oder länger bleiben.

    So habe ich beim Köln-Aqualand-Treffen verfahren.

    Da kannst du auch Bahnen auf Zeit schwimmen.

    Nun kennen wir zwei wesentliche Charakterzüge von Nadja: Unzuverlässigkeit und Egozentrik. Dazu noch Eifersucht.

    Bin mal gespannt, wieviel Energie Nadja noch aufwendet, um Thor, Yves und Caro unter Störfeuer zu nehmen.


    Caroline gönne ich eine Freigabe durch ihren Arzt fürs Springen.

    (Wie ich dich Lycwolf kenne, ist auch das nicht sicher...)


    Oder sie sollte sich mal an Lisa Ellbrede wenden, die hilft auch aus der Ferne, hihi.

    The man in the picture is me.

    I was in the bath in northern Germany.
    Year 2004. In the town of Kiel.
    I swam in the pool.
    No one said anything.

    I put my camera on a bench.
    I activated the 10 seconds delay.

    Then I walked slowly by.

    Hey Lycwolf, eindrucksvoll geschildert, Carolines zweiter Sprung.

    Bist du eigentlich selber mal Fallschirm gesprungen? Deine konkreten Ausführungen zum Steuern des Fluggeräts lassen sowas erahnen.